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Rees
De Frau Kühne ist in Rees angekommen

Rees: De Frau Kühne ist in Rees angekommen
Rees. Am Freitag, 11. Dezember, steht die Xantenerin mit ihrem Programm "Geht nicht - gibt's nicht!" auf der Bürgerhausbühne.

Im Dezember 2014 saß Ingrid Kühne mit ihrem Mann Ralf im Reeser Bürgerhaus. Auf der Bühne stand Sebastian Pufpaff. "Wenn du mal hier oben stehst, dann hast du es geschafft", sagte Ralf Kühne. "Hier sind alle Großen in der Comedy- und Kabarett-Szene aufgetreten." Er sollte recht behalten. Am Freitag, 11. Dezember, steht seine Ehefrau, de Frau Kühne, mit ihrem Programm "Geht nicht - gibt's nicht!" auf der Bürgerhausbühne.

Tatsächlich war es der Winter 2014, indem Inge Kühne sich entschloss, nicht nur im Karneval aufzutreten, sondern ein Solo-Programm zu schreiben. Erste Erfolge als Kabarettistin verbuchte sie bereits in Xanten mit drei ausverkauften Vorstellungen.

Was ist schwieriger - Karneval oder Kabarett? "Zum Karneval kommen die meisten, um zu feiern. Wenn man will, dass sie zuhören, muss man sie von der ersten Minute an überzeugen und kurze, knappe Knaller bringen", weiß die Preisträgerin der "Rampensau 2014". "Aber im Karneval dauert der Auftritt 20 Minuten, mit meinem Soloprogramm muss ich die Leute zwei Stunden unterhalten. Und die sind gekommen, um sich zu amüsieren."

Nun fährt sie zweispurig, tritt im Karneval auf großen Sitzungen wie im Gürzenich auf, wird auch in der ZDF-Mädchensitzung Kölle Alaaf zu sehen sein. In Hamm vor einem Publikum im Smoking kommt ihr Wortwitz ebenso gut an wie in Hessen. Auch, weil sie ihr Publikum mit einbezieht. "Ich schaue den Leuten auf den Mund, gehe aber niemals unter die Gürtelline", stellt die Kabarettistin ihr Programm vor. "Wenn ich auf großen Karnevalssitzungen auftrete und Kinder der Tanzgarde vor der Bühne sitzen, kann ich nicht in die unterste Schublade greifen."

Ihre Texte schreibt sie selbst. Allerdings werden ihr gute Vorlagen geliefert, von ihrem Mann, dem ehemals pubertierenden Sohn Sven, Mutter und Schwiegermutter. Überhaupt Sven! Der hatte sich bei der Stadt Rees als Verwaltungsangestellter beworben. Und erhielt einen Vorstellungstermin. "Warum möchtest du denn bei der Verwaltung arbeiten?", wurde er gefragt. "Dachdecker wäre jetzt doof!", lautete seine Antwort. "Man muss wissen, er hat Spina Bifida und sitzt im Rollstuhl", erklärt Kühne. Was seinen Humor nicht schmälert und mit dessen ausdrücklicher Erlaubnis, sie ihn auf der Bühne zitieren darf.

Da liegt der Verdacht nahe, dass der Junior sich ab und an als Ghostwriter für seine Mutter betätigt. Kein Wunder, auch Ingrid Kühne hat ihren Witz von der Mutter geerbt, die ebenfalls auf der Bühne stand und ihre zwölfjährige Tochter zum Dorftheater brachte.

Kühne skiziert Alltagssituationen und überspitzt sie. "Männer fühlen sich ertappt, es ist ein Kebbeln auf nette Art. Viele sagen: 'Hat die bei uns im Wohnzimmer gesessen und zugehört?'"

Sohn Sven arbeitet jetzt bei der Kreisverwaltung in Wesel. Er freut sich über den Erfolg seiner Mutter, die Preisträgerin der "Krefelder Krähe" 2015 ist. Nur wenn er im Publikum sitzt und sie im aktuellen Programm über ihren 16-jährigen Sohn scherzt, hält er drohend sieben Finger in die Höhe. Ein pubertierender Sohn passt einfach besser ins Programm als ein angehender Verwaltungsangestellter.

Info: Karten für ihren Auftritt in Rees am 11. Dezember, 20 Uhr (VVK 15 Euro zzgl. Gebühren) gibt's unter www.adticket.de, Reeser Reisebüro, Bürgerservice, Kopierservice Venhorst, Anholt, Halderner Reisebüro, Avon-Lädchen in Millingen.

(ha)
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