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Rees
Der 3D-Animator aus Rees

Rees: Der 3D-Animator aus Rees
Der Reeser Manuel Preuß (l.) und seine Kommilitonen Philipp Gratzer, Kristin Müller und Peter Affenzeller reichten mit "Le Constructeur de Malheur" einen beeindruckenden Abschlussfilm ein. FOTO: preuß
Rees. "Le Constructeur de Malheur" heißt der neun Minuten lange Kurzfilm, an dem der Reeser Manuel Preuß mitgewirkt hat. Das Werk soll auf Festivals in aller Welt gezeigt werden. Von Michael Scholten

Insgesamt 12 000 Einzelbilder, drei Terrabyte an Rohdaten und zwei Jahre Produktionszeit für neun Minuten: Dahinter verbirgt sich der Kurzfilm "Le Constructeur de Malheur", an dem auch der Reeser Manuel Preuß mitgewirkt hat. Gemeinsam mit Kristin Müller, Philipp Gratzer und Peter Affenzeller schuf er den animierten 3D-Film als Abschlussprojekt im Masterstudiengang "Digital Arts" an der Fachhochschule Hagenberg in Österreich. Da das komplett am Computer generierte Werk in den kommenden Monaten und Jahren auf Festivals in aller Welt laufen soll, darf "Le Constructeur de Malheur" nicht im Internet veröffentlicht werden. Ein kurzer Zusammenschnitt ist jedoch auf der Internetseite www.leconstructeurdemalheur.com zu sehen.

Erzählt wird vom Leben und Scheitern des französischen Luftfahrtpioniers Hugo, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris lebt und mit einer wahnwitzigen Flugmaschine in die Lüfte entschwinden will. Pate stand ein wagemutiger Mann namens Franz Reichelt, der vor knapp 100 Jahren mit einem selbstgenähten Wingsuit vom Eiffelturm sprang und dabei ums Leben kam. "Wir fragten uns, wie groß die Faszination des Fliegens sein muss, wenn Menschen bereit sind, ihr Leben dafür zu riskieren", sagt Manuel Preuß. Schnell entwickelte sich daraus eine Geschichte, doch um diese auf den Bildschirm und auf die Leinwand zu bringen, mussten die Master-Studenten viel Geduld und noch mehr technisches Geschick mitbringen. "Zwischendurch kamen wir ins Grübeln, ob wir uns mit dem Projekt nicht übernommen haben", sagt Preuß. "Doch die Familien und beiden Dozenten hielten den Studierenden den Rücken frei, damit der höchst professionell gemachte Animationsfilm nun keinen Vergleich mit den Filmen international renommierter Studios wie Pixar, Disney und Dreamworks scheuen muss.

Hugo, die Hauptfigur des Films "Le Constructeur de Malheur", erkennt: Auch für ihn und seine Flugmaschine gelten die Gesetze der Schwerkraft.

Nach dem Abitur am Reeser Gymnasium Aspel im Jahr 2006 absolvierte Preuß den Bachelor-Studiengang Kommunikationsdesign in Krefeld. Von November 2011 bis Juni 2012 sorgte er mit einer 5000 Kilometer langen Pilgerreise von Deutschland nach Jerusalem für Aufsehen, bevor er sich an der Fachhochschule in Hagenberg einschrieb und die junge Disziplin der 3D-Animation studierte. Aktuell bewirbt sich der 28-jährige 3D-Animator bei Produktionsfirmen in Berlin, München, Hamburg und London. "Bis ich etwas gefunden habe, bleibe ich in Rees", sagt Preuß. Ein Arbeitsmarkt besteht in den Bereichen Werbung und Computerspielentwicklung, doch "Le Constructeur de Malheur" hat auch die Lust geweckt, an wegweisenden Filmen wie "Drachenzähmen leicht gemacht" mitzuwirken. "Ich mag auch Kurzfilme freier Trickfilmer wie Conrad Tambour, der sich mit "Der Besuch" sehr kreativ mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt hat", sagt der Reeser, der sich für seine Masterarbeit auch ausführlich mit arabischen Animationsfilmen und deren politischer Wirkung auseinandergesetzt hat.

Der Kurzfilm "Le Constructeur de Malheur", der erst vor wenigen Tagen fertiggestellt wurde, könnte mit etwas Glück auf Festivals in ganz Europa sowie in Südkorea, Brasilien, Kanada und in den USA laufen. "Vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit, zu einem dieser Festivals zu reisen", hofft Preuß. Und mit noch mehr Glück steht als Kontaktadresse auf seiner Internetseite manuelpreuss.de schon bald nicht mehr die Bussardstraße in Rees, sondern die Traumfabrik Hollywood.

Quelle: RP
 
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