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Emmerich
Der "asiatische Henkel"

Emmerich: Der "asiatische Henkel"
Die Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers (Kreis Kleve) und Sascha Terörde (Emmerich) schauten mit Bürgermeister Peter Hinze und Kao-Chef Herbert Tripp den Mitarbeitern im Werk über die Schulter. FOTO: Wirtschaftsförderung Kreis kleve
Emmerich. Die "Sommertour" der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve machte gestern Halt in Emmerich. Bei Kao Chemicals werden unter anderem Produkte für Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel und Kosmetika hergestellt. Von Monika Hartjes

Es ist schon eine Tradition: Immer in der fünften Woche der Sommerferien - und das bereits zum sechsten Mal - ist die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve auf "Sommertour" und besucht Unternehmen im Kreisgebiet, diesseits und jenseits des Rheins. In diesem Jahr sind es Betriebe aus dem Bereich "Chemie und Kunststoff". Gestern war Hans-Josef Kuypers bei Kao Chemicals zu Gast. "Der Bereich Chemie und Kunststoff wird mit seinen knapp 2000 Arbeitsplätzen im Kreis oft unterschätzt", meinte der Kreis-Wirtschaftsförderer. "In Emmerich gibt es 800 Beschäftigte, das sind 40 Prozent. Kao Chemicals beschäftigt insgesamt 230 Mitarbeiter", erklärte Kao-Geschäftsführer Herbert Tripp, der auch Bürgermeister Peter Hinze und Emmerichs Wirtschaftsförderer Sascha Terörde begrüßte.

Zunächst gab es im Gebäude an der Reeser Straße eine Präsentation mit Daten und Informationen. "1947 wurde das Unternehmen unter dem Namen "Andrélon" im niederländischen Bodegraven gegründet, bevor es 1957 an diesen Standort hier zog", sagte Tripp. 1963 wurde es umbenannt in "Chem-y GmbH", 1976 erfolgte der Neubau an der Kupferstraße. "1992 wurden wir von Kao Japan übernommen." Der japanische Konzern wurde 1887 in Tokio von Tomiro Nagase gegründet. Der heutige Präsident heißt Michitaka Sawada, der das Emmericher Unternehmen voraussichtlich im nächsten Jahr zum 25-jährigen Kao-Bestehen besuchen wird.

Die Produktpalette ist vielseitig. "Kao kann man als 'der asiatische Henkel' beschreiben, unsere Produkte sind überall präsent", so Tripp. Die Palette geht von Beauty-, Kosmetik-, Reinigungsprodukten über Duftstoffe und Aromen bis hin zu Windeln, Druckertinte, Toner, Öle und Zusatzstoffe für Beton. Über 80 Prozent sind Endverbraucherprodukte.

Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg zur Werksbesichtigung an der Kupferstraße. Von 1980 bis 1990 wurde der erste Teil gebaut, danach wurde der Betrieb noch einmal mehr als verdoppelt. Insgesamt ist die Fläche 42.000 Quadratmeter groß, wovon rund 18.000 noch brach liegen. Peter Hinze sprach die Ausbildungsplätze an. Bei Kao gibt es 20 Auszubildende als Industriekaufleute, Informatiker, Chemikanten und Elektriker. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Ausbildung eigener Fachkräfte, weil der Altersdurchschnitt bei 40/45 Jahre liegt und in etwa zehn Jahren viele Mitarbeiter in Rente gehen. "Darauf müssen wir reagieren", sagte Herbert Tripp. Auf Vorsorge wird viel Wert gelegt. Das Gesundheitsmanagement hat erst vor kurzem einen Preis gewonnen, vom 26. bis 30. September findet eine Gesundheitswoche im Betrieb statt mit Vorträgen, Yoga- und Rückenkursen.

Im Werk herrschen hohe Sicherheitsstandards, streng ist gerade in Deutschland das Wasserhaushaltsgesetz mit seinen Vorschriften zum Löschwasservorhalt. An der Bahn-Verladestation - zwei Stoffe werden über die Schiene angeliefert - sind Kameras und Wärmemessgeräte installiert und Düsen, die bei einem Brand den Waggon mit Wasser umsprühen. Sehr interessant war der Blick in das "Herzstück" von Kao, dem CCR, dem Central Control Room, von dem aus alle Anlagen gesteuert und überwacht werden.

Insgesamt könne man sich als Kao-Standort sicher fühlen. "Wir dürfen uns aber nicht einfach zurücklehnen", sagte Tripp. Bürgermeister Hinze meinte, Emmerich könne stolz sein auf Unternehmen wie Kao, die in einigen Bereichen sogar Weltmarktführer sind. "Das strahlt auch nach außen."

Quelle: RP
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