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Rees
Der "Doppeladler" startet durch

Rees: Der "Doppeladler" startet durch
Blick in eines der neuen Zimmer. FOTO: DIANA ROOS
Rees. Anderthalb Jahre und einen siebenstelligen Betrag hat Familie Jagodic investiert, um 16 neue, barrierefreie Hotelzimmer an der Klosterstraße zu bauen. Von Michael Scholten

Das von Sonnenlicht durchflutete Treppenhaus stapelt hoch: "New York", "Haldern", "Tokio" steht über den kreisrunden Wanduhren, die im dreigeschossigen "Doppeladler"-Hotelneubau drei Zeitzonen anzeigen. Etwa anderthalb Jahre und einen "siebenstelligen Betrag" hat die Familie Jagodic investiert, um 16 neue, barrierefreie Hotelzimmer an der Klosterstraße zu bauen. Im historischen Haupthaus stehen weiterhin zwölf Hotelzimmer über dem Restaurant zur Verfügung.

Die Barrierefreiheit lag den Bauherren Jeliko und Andrea Jagodic besonders am Herzen. So führt eine Rollstuhlrampe bis zur knallroten Eingangstür, alle Badezimmer im Erdgeschoss sind besonders großzügig dimensioniert und ein Lift führt in die nächsten Etagen. Jedes Zimmer bietet Minibar, Flatscreen-TV und WLAN, in der oberen Etage gehört auch jeweils eine Dachterrasse zum Angebot. Die Zimmer 823 und 824 gewähren einen besonders schönen Blick auf die Halderner Kirche St. Georg.

Andrea und Zeljko Jagodic vor dem Traditionshaus, das seine Bettenkapazität tüchtig aufgestockt hat. FOTO: Diana Roos

Im Februar 2015 rollten Bagger an, um das optisch charmante, aber von seiner Bausubstanz marode gewordene Haus an der Klosterstraße abzureißen. Danach bauten Unternehmen und Handwerker, die vorwiegend aus der Region stammen, das neue Hotel. Die ersten Gäste sind schon vor einem Monat eingezogen, obwohl die Jagodics in den Zimmern und Fluren noch letzte Schönheitskorrekturen vornehmen möchten. Nach dem Weihnachtsgeschäft soll auch der Keller ausgebaut werden. "Wir planen zwei Saunen, einen Whirlpool, einen Ruheraum und einige Fitnessgeräte", sagt Jeliko Jagodic und rechnet mit einer Fertigstellung im Mai 2017. Das Wellness-Angebot kann dann auch von den Hotelgästen im Haupthaus genutzt werden. Mit Preisen um 50 Euro pro Einzelzimmer und 88 Euro pro Doppelzimmer inklusive Frühstück will sich das Hotel "Doppeladler" am marktüblichen Niveau orientieren. Aktuell liegt die jährliche Auslastung des Hotels bei zirka 75 Prozent. "Zum Haldern Festival sind es 100 Prozent", sagt Jeliko Jagodic. Allerdings ist es Tradition, dass der "Doppeladler" sein gesamtes Kontingent für vier Tage an den Festivalveranstalter gibt, der dann individuell entscheidet, welche Musiker wie lang in welchen Zimmern wohnen. "Der Vertrag ist per Handschlag für die nächsten zehn Jahre geschlossen", ergänzt der Hotelier.

Neben Fahrradtouristen begrüßt der "Doppeladler" auch immer mehr Geschäftsleute in Haldern, die zu Tagungen und Kongressen am Niederrhein reisen. Aktuell haben sich Ingenieure und Monteure einquartiert, die an der großen Stromtrasse arbeiten. Strom soll bald auch das Logo und den Schriftzug vom "Doppeladler" beleuchten, die noch an der Fassade des Hotelneubaus angebracht werden müssen. Der Kreis lässt sich Zeit mit der Genehmigung der Außenwerbung.

Parallel zum Neubau wurden die Gasträume im Haupthaus modernisiert. Sie erhielten neue Möbel, die Böden und Wände wurden neugestaltet. Die Gäste des neuen Trakts finden ihr Frühstücksbuffet in diesem mehrere hundert Jahre alten Stammhaus. Der "Doppeladler" hat die Zahl seiner Mitarbeiter in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt. Derzeit arbeiten 20 Festangestellte und zehn Aushilfen für den mittelständischen Familienbetrieb. Weitere Neueinstellungen sind geplant.

Quelle: RP
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