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Emmerich
Der Hafen sammelt weiter Rekorde

Emmerich: Der Hafen sammelt weiter Rekorde
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Die Rhein-Waal-Terminal GmbH hat auch in 2015 wieder ein Rekordjahr verzeichnen können. Eine Erweiterung ist dringend notwendig, sagt Geschäftsführer Udo Jessner. Doch die wird erst in den nächsten Jahren umsetzbar sein. Von Markus Balser

Gute Nachrichten vom Emmericher Hafen: Auch für das vergangene Jahr kann die Betreibergesellschaft, die Rhein-Waal-Terminal GmbH, wieder einen neuen Rekord beim wasserseitigen Containerumschlag vermelden. 125.668 TEU hat der Hafen 2015 wasserseitig bewegt. TEU ist die im Containerverkehr übliche Maßeinheit und bezeichnet die Zahl der Container in 20-Fuß-Einheiten.

Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat sich damit das Umschlagsvolumen in Emmerich mehr als versechsfacht. "Wir hatten in den letzten Jahren nur zwei kleine Dellen zu verzeichnen. Das war einmal 2002, als ein Sturm unsere Containerbrücke zerstörte, und 2008 während der internationalen Finanzkrise", erklärt Udo Jessner.

Das Geschäft mit dem Container-Umschlag brummt im Emmericher Hafen. FOTO: Endermann / van offern

Über das Ergebnis aus 2015 freut sich Jessner, der mit Michael Mies das Geschäftsführer-Duo des Hafens bildet, ganz besonders. Denn erst vor knapp drei Jahren hatte ein Gutachten zur Wettbewerbsfähigkeit der Binnenhäfen dem Emmericher Hafen erst für das Jahr 2025 einen wasserseitigen Umschlag von 130.000 TEU prognostiziert. "Davon sind wir schon heute nicht mehr weit entfernt", so Mies - und hebt dabei auch das Engagement der Mitarbeiter hervor: "Ohne sie wäre ein solches Ergebnis nicht möglich. Sie identifizieren sich sehr mit dem Hafen."

Für den wasserseitigen Umschlag bedeuten die Zahlen aus 2015 ein sattes Plus von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: Für die deutschen Häfen ist durchschnittlich von nur zwei bis drei Prozent zu verzeichnen. Ebenfalls positiv: Auch der bahnseitige Umschlag konnte in 2015 noch einmal deutlich auf 21.609 TEU gesteigert werden. Beim Container-Transport von und nach Basel erfüllt der Rhein-Waal-Terminal hier eine wichtige Zwischenfunktion.

Die gute Entwicklung in Emmerich ist besonders auf den Hafen in Rotterdam zurückzuführen. Das Geschäft mit dem drittgrößten Seehafen der Erde läuft bestens. In Emmerich sind viele der Container für den Nahbereich bestimmt. Logistiker wie Convent oder die BLG übernehmen ihren Weitertransport. Rund 40 Prozent der Container gehen von Emmerich aus in die Niederlande - auch das ein Grund für den Erfolg. Und der wird wohl auch über die nächsten Jahre anhalten.

Doch so erfreulich die Entwicklung auch sei, "irgendwann sind unsere Kapazitäten ausgeschöpft", mahnen die Hafen-Geschäftsführer. Sie wissen, dass dringend etwas geschehen muss, um drohende Engpässe bei der Containerverladung zu vermeiden. Eine dritte Containerbrücke ist zwingend notwendig, um die wachsenden Güterströme, die gerade auch aus den Niederlanden kommen, umschlagen zu können. "Wenn es ginge, würden wir am liebsten schon morgen damit anfangen", sagt Jessner. Doch die Pläne sind wohl eher nur mittelfristig zu realisieren. Denn erst muss eine neue Kranbahn entstehen. Und die kann nur auf der dem Rhein zugewandten Seite des heutigen Hafenbeckens errichtet werden. In Verlängerung der Kupferstraße - gegenüber von Oleon - soll eine kleinere Teilfläche dafür in Anspruch genommen werden.

Da es sich bei dieser Fläche um ein FFH-Gebiet handelt, gilt es jedoch, noch einige Hürden zu nehmen. Die Anerkennung des Terminals als landesbedeutsamer Hafen im Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans gilt dabei als erster positiver Schritt. Denn Voraussetzung für eine dritte Container-Brücke sind auch Fördermittel. Jessner: "Eine Investition im zweistelligen Millionenbereich kann kaum ein Hafen alleine stemmen."

Quelle: RP
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