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Der neue Marktplatz sorgt für Diskussion

Rees: Der neue Marktplatz sorgt für Diskussion
Die Welt ist eine Pumpe: Der Isselburger Werbeunternehmer Sascha Hübers lud im Internet seine "Little Planet"-Ansicht der Reeser Pumpe hoch. FOTO: Werbeagentur Hübers
Rees. Im Internet häufen sich die Kommentare über die Neugestaltung des Reeser Pumpenareals - oft sind sie negativ. Von Michael Scholten

Meinungen über die Neugestaltung des Reeser Pumpenareals gibt es derzeit viele, aber Sascha Hübers Ansichten sorgen im Internet für besonders großes Aufsehen: Der Inhaber der Isselburger Werbeagentur Hübers hat auf der Facebook-Seite "Du bist Reeser" eine "Little Planet"-Darstellung der Pumpe, der bunten R-E-E-S-Buchstaben und der angrenzenden Häuser hochgeladen. Dafür hat er die Daten seiner Digitalfotos neu komponiert und aus wenigen Quadratmetern Rees einen kleinen Planeten gemacht.

Über seine Firmenseite facebook.com/WerbeagenturHuebers gelangt man außerdem zu einem 3D-Kugelpanorama. Dabei steht der Nutzer quasi direkt neben der Pumpe und kann seinen Blick nach oben, unten, links und rechts richten oder Details heranzoomen.

"Als Nicht-Reeser finde ich die Neugestaltung sehr schön", sagt Sascha Hübers. "Anders als vorher wirkt der Platz nun hell und einladend." Bevor er die Aufnahmen machte, beobachtete der Isselburger viele Leute, die auf den großen Buchstaben saßen, darunter viele Familien mit kleinen Kindern.

Auf Facebook-Seiten wie "Du bist Reeser" entflammt die Diskussion über die Neugestaltung mit jedem neuen Pumpenfoto, das hochgeladen wird. Kritiker schreiben: "Das Historische ist hinüber. Finde den kompletten Marktplatz nicht mehr schön" oder "Dieser bunte Scheiß gehört einfach nicht in so ein schönes Städtchen, sondern nach Duisburg, Düsseldorf oder Berlin". Die Gegner vermissen Sitzbänke für Senioren und befürchten eine rasche Verunstaltung durch Graffiti, Schmutz und Abnutzung.

Befürworter halten dagegen: "Endlich mal ein bisschen Farbe auf dem Markt" und "Es scheint ja doch ein neuer Anziehungspunkt zu sein. So schlecht, wie viele behaupten, kann's doch dann gar nicht sein?!" Im Internet dominieren die kritischen Stimmen, was eine Nutzerin zur Frage veranlasste: "Wollt ihr jetzt zu jedem neuen Bild von der Pumpe aufs Neue diskutieren, dass es nicht zu Rees passt? Ich finde es auch nicht schön, was die dort gemacht haben. Aber ich denke, so langsam haben wir es alle verstanden."

Die Rheinische Post erhielt einen Leserbrief, in der "eine engagierte Bürgerin" anonym anmerkte: "Die stimmige Bebauung rund um die historische Pumpe auf dem Marktplatz mit schattigen Sitzplätzen und über all die Jahre nie wirklich gepflegten Wasserspielen wurde samt Baumbestand, der nicht krank war, weggekloppt und es wird dem Bürger nun ein Sammelsurium aus glattem Pflaster, Kopfsteinpflaster und einem Restbestand an Bäumen rund um die historische Pumpe präsentiert, das auch vier bunte Buchstaben nicht mehr retten können."

Die Verfasserin betont, dass weder der Geschichtsverein noch der Verkehrs- und Verschönerungsverein noch die Reeser Werbegemeinschaft, das Wirtschaftsforum oder lokale Planer und Fachbetriebe in das Projekt einbezogen wurden: "Wenn die Stadtverwaltung etwas plant, dann wird das nicht der Öffentlichkeit vorgestellt, sondern hier muss der Bürger dem Ausspruch des Bürgermeisters vertrauen: Seien Sie sicher, es wird Ihnen gefallen!" Nachdem die Neugestaltung vor drei Wochen abgeschlossen war, gab es keine Einweihung oder Übergabe durch Vertreter der Stadt.

Heinz Wellmann, Stadtführer, Nachtwächter und Vorsitzender des Geschichtsvereins, gefällt das neue Kopfsteinpflaster direkt um die Pumpe besser als der moderne Teil des Areals, setzt aber auf Pragmatismus: Als Treffpunkt für seine Stadtführungen will er bald in Broschüren und auf Plakaten "REES" angeben, wobei die Buchstaben in den Farben Rot, Grün, Blau und Gelb gedruckt werden sollen. "So werden die Buchstaben vielleicht schneller zu einem bekannten und anerkannten Punkt des Marktes", hofft Wellmann.

Quelle: RP
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