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Emmerich
Der Wochenendausflug geht ins Mittelalter

Emmerich. Waffengeklirre vor Huis Bergh: Ritter stehen einander gegenüber und "bekriegen" sich mit Schwert und Streitaxt. Plötzlich Kanonendonner - die Zuschauer auf den Holzbänken erschrecken ein bisschen, schauen aber weiter zu, wie die Männer in Kostümen und Rüstungen "Battle of the Nations" vorführen.

Mittelalterliche Atmosphäre herrschte am Wochenende im niederländischen 's-Heerenberg, als eine Söldnertruppe, die Compagnie van Cranenburgh, demonstrierte, wie sie mit Feuer und Schwert Huis Bergh einnehmen wollte. Zahlreiche Besucher verfolgten den spannenden Kampf. Zwischendurch durften auch einige Kinder an der spielerischen Feldschlacht teilnehmen und wurden sogar zu Rittern geschlagen. Auch Besucher aus Emmerich schauten sich das Spektakel rund um das Schloss an und konnten im großen Heerlager das mittelalterliche Alltagsleben von Rittern, Kaufleuten, Bauersleuten, Knechten und Mägden hautnah miterleben. Vor den Zelten brannten offene Feuer, darüber hingen gusseiserne Töpfe, in denen gekocht wurde.

"Heute Abend gibt es Hackklöße mit Zimt, Huhn mit Himbeersoße, Spinat mit Champignons und Schinkenwürfeln und einen Spitzkohlsalat", erzählte Köchin Änni van Kolk aus Rotterdam, die auch als Kanonier bei den "Schlachten" mitmachte. "Das Festessen ist historisch korrekt, es gibt beispielsweise keine Kartoffeln dazu, weil damals Amerika noch nicht entdeckt war", so die Meisterköchin.

Im Nebenzelt fertigte Vera Antonissen-van Mechelen aus Antwerpen Taschen und Hüte, während Ehemann Marc das Psalter, ein historisches Zither-Instrument, spielte. Musikalisch unterwegs war auch Familie Krebbel aus Arnheim: Vater Gus spielte die Hornpipe, Tochter Kim Drehleier und Sohn Manfred Dudelsack. Enkel Daniel, acht Jahre, lernt gerade Gitarre, während die fünfjährige Enkelin Ariana sich mehr für Handarbeiten interessierte und auf einem Web-Stern Kordeln herstellte

Im Heerlager ging es friedlich zu: In einer Hängematte schlief ein Baby, der Pranger stand leer da, in der Schmiedewerkstatt wurden Hufnägel gefertigt, Holz wurde gehackt, Soldaten übten das Exerzieren und den Schwertkampf, und bei Nico Bontenbal konnten sich die Besucher im Bogenschießen auf Luftballons und Zielscheibe üben. Auf dem Markt konnte man vom Met über Waffen, Schmuck und Felle bis zur Kleidung alles kaufen.

Viel Anklang fand auch die Vogelschau - wer mutig war, der durfte einen der Raubvögel auf seinem Arm sitzen lassen - natürlich nur mit Schutzhandschuh.

(moha)
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