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Rees
"Die Alltagsmenschen" kommen

Rees. Christel Lechner stellt von Ende April bis Ende Juli 2016 insgesamt 50 ihrer rundlichen Betonfiguren in Rees aus. Von Michael Scholten

Die "Alltagsmenschen" kommen nach Rees. Der Kulturausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass die Wittener Künstlerin Christel Lechner von Ende April bis Ende Juli 2016 insgesamt 50 ihrer rundlichen und 1,70 bis 2,50 Meter großen Betonfiguren an circa 20 Standorten in der Reeser Innenstadt sowie an der Rheinpromenade ausstellen darf.

Die "Alltagsmenschen" sorgten schon in Touristenstädten wie Hamburg, Aachen, München, Berlin, Amsterdam und Straßburg für Furore. Mit Rees hat sich die 1947 geborene Künstlerin erstmals für eine Stadt am Unteren Niederrhein entschieden.

Vor einigen Tagen sah sich Christel Lechner bereits in Rees um. Bis Ende November wird sie entscheiden, welche Figuren an welchen Orten in der Rheinstadt stehen sollen. Voraussichtlich findet parallel eine zweite Ausstellung mit 50 weiteren "Alltagsmenschen" in Bremen statt. Das passt, haben doch Bremen und Rees jeweils einen Schlüssel in ihrem Stadtwappen.

Die Kosten, zu denen sich Kulturamtsleiter Ludger Beltermann nicht öffentlich äußern möchte, werden von der Koenraad-Bosman-Stiftung, der Volksbank Emmerich-Rees, der Reeser Werbegemeinschaft, dem Verkehrs- und Verschönerungsverein, dem Unternehmen ForFarmers/Thesing und weiteren Sponsoren getragen.

Die Stadt Rees steuert die Arbeitsstunden des Bauhofs und die überregionale Werbung bei, außerdem hinterlegt die Stadt bei der Künstlerin eine Kaution von bis zu 10.000 Euro, da die Betonfiguren nicht versichert sind und bei Verlust oder Beschädigung bezahlt werden müssen.

Flyer und organisierte Touren sollen nicht nur die Reeser bei speziellen Rundgängen zu den "Alltagsmenschen" im Stadtkern führen. Auch Touristen aus ganz Deutschland und den Niederlanden werden Rees besuchen, da ist sich Ludger Beltermann sicher. Er selbst fuhr mit seiner Familie zu einer "Alltagsmenschen"-Ausstellung im münsterländischen Telgte, nachdem Bauhofleiter Andreas Böing ihn auf das dortige Kultur-Highlight aufmerksam gemacht hatte. Beltermann gefielen die Parallelen zur erfolgreichen Ausstellung "Dreißig Figuren - dreißig Standorte", für die der Kölner Künstler Peter Netteisheim 2008 in Reeser 30 lebensgroße Holzfiguren platziert hatte. Sechs davon kaufte die Stadt später ab, sie stehen bis heute an der Rheinpromenade, vor dem Rathaus, im Skulpturenpark, in Haffen, in Mehr und in Empel.

Kulturausschuss-Mitglied Stefan Reichmann (CDU) sprach sich dafür aus, einzelne "Alltagsmenschen" auch in den Reeser Ortsteilen auszustellen. Ludger Beltermann verwies jedoch auf Christel Lechners Konzept, nach dem alle Figuren bei einem maximal 90-minütigen Spaziergang erreichbar sein müssen. Reichmann enthielt sich bei der Abstimmung, alle anderen Ausschussmitglieder stimmten mit "Ja". Nachdem allein in Telgte, das etwas kleiner ist als Rees, 120 "Alltagsmenschen"-Touren durchgeführt wurden und gut besucht waren, hofft nun die Rheinstadt auf einen ähnlich großen Erfolg. Die Kunstaktion soll auch als niederrheinisches Groß-Event auf den Reise- und Freizeitmessen beworben werden, auf denen Rees demnächst in Kalkar und Essen vertreten ist.

Ludger Beltermann hofft, dass die Aktion auch durch Fotowettbewerbe begleitet wird oder dass Reeser Konditoren zeitweise kleine "Alltagsmenschen" aus Marzipan in ihr Warensortiment aufnehmen.

Quelle: RP
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