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Emmerich
Die Galerie der Emmericher Bürgermeister

Emmerich. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs zählte die Stadt Emmerich 13 Bürgermeister in mehr oder weniger langen Amtsperioden. Von Markus Balser

Am morgigen 21. Oktober bezieht Peter Hinze sein neues Büro im Emmericher Rathaus. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist er der 13. Bürgermeister, der die Geschicke der Rheinstadt lenkt. Seine Vorgänger waren unterschiedlich lange im Amt, hatten vor allem in der Nachkriegszeit, viel Aufbauarbeit zu leisten und waren ganz unterschiedliche Typen. Die RP gibt einen Überblick.

Der Erste Hubert Fink wurde am 3. April 1945, also noch gut einen Monat vor der Kapitulation des Dritten Reiches vom englischen Ortskommandanten Major Norman als Bürgermeister von Emmerich eingesetzt. Der Standesbeamte übte im Haus "Im Grunewald 25", das dafür notdürftig hergerichtet worden war, seine Amtsgeschäfte aus. Zu dieser Zeit hatte Emmerich nur noch knapp 1450 Einwohner. Die CDU wurde kurze Zeit später, im Juli 1945, gegründet, die SPD im September des gleichen Jahres. Fink, der sich unter anderem um die Rückkehr ausgelagerter, wertvoller Archivarien von 's-Heerenbergh nach Emmerich verdient gemacht hatte, wurde 1946 Stadtdirektor. 1953 verunglückte er tödlich bei einer Dienstfahrt.

Der zweifache Bürgermeister Von 1946 bis 1948 und von 1952 bis 1961 war Paul Maria van Aaken (CDU) Bürgermeister. Er ist damit der einzige, der zweimal dieses Amt bekleidete und der erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach freien Wahlen vom Rat dazu bestimmt wurde. Als Architekt war er wesentlich am Wiederaufbau der Stadt beteiligt.

Der Baumeister Von 1961 bis 1970 war Willi Pieper (CDU) Bürgermeister, und der wirtschaftliche Aufschwung machte sich auch in Emmerich immer deutlicher bemerkbar. In seiner Amtszeit wurden zahlreiche öffentliche Gebäude errichtet, die Rheinbrücke gebaut, die Autobahn fertiggestellt und die Eisenbahnstrecke elektrifiziert. Emmerich wurde um sechs Ortsteile erweitert. Pieper wurde später Ehrenbürger der Stadt.

Die längste Amtszeit Von 1970 bis 1988 lenkte Franz Wolters die Geschicke der Stadt. In die 18-jährige Amtszeit des volksnahen und beliebten Bürgermeisters fielen unter anderem der Bau der ersten Fußgängerzone Emmerichs. Der Karneval bekam mit dem Tulpensonntagszug einen neuen Höhepunkt und die erste Städtepartnerschaft wurde geschlossen. Der Christdemokrat wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die kürzeste Amtszeit Nur ein Jahr war Norbert Giltjes Bürgermeister (1988 bis 1989). Der Christdemokrat übernahm das Amt von Franz Wolters, verlor es dann aber nach den Kommunalwahlen wieder. Im Oktober 1989 wurde die SPD erstmals stärkste Partei in Emmerich. Der Rat wählte daraufhin "Ille" Heering zum Bürgermeister.

Die einzige Frau Von 1992 bis 1994 war Irene Möllenbeck die bislang einzige Frau, die das Amt des Bürgermeisters ausübte. Die Sozialdemokratin wurde später Landtagsabgeordnete. Aber nicht nur Bürgermeisterinnen, sondern auch Kandidatinnen für dieses Amt gab es bislang wenig in Emmerich: 1999 trat Annelie Arntz für die BGE an, 2004 und 2009 Sabine Siebers für die Grünen.

Die Parteizugehörigkeit Bislang stellte die CDU sieben Bürgermeister. Die SPD kommt mit Peter Hinze jetzt auf drei Verwaltungschefs. Josef Thies (1950 bis 1952) und Horst Boch gehörten keiner Partei an.

Der erste Hauptamtliche Bis 1999 war der Bürgermeisterposten ein Ehrenamt. Der Bürgermeister stand dem Rat vor und repräsentierte die Stadt, Chef der Verwaltung war der Stadtdirektor. Diese Doppelspitze wurde Ende der 1990er Jahre landesweit abgeschafft. Horst Boch, zuvor Stadtdirektor, war von 1999 bis zum Jahr 2004 Emmerichs erster hauptamtlicher Bürgermeister, der bei den Kommunalwahlen auch direkt vom Bürger gewählt wurde.

Sechsjährige Amtszeit Johannes Diks (CDU) war Emmerichs einziger Bürgermeister, der von 2009 bis jetzt eine sechsjährige Amtsperiode absolvierte. Und das wird wohl auch ein Novum bleiben, denn die Amtszeit des Bürgermeisters wurde mit den jetzt vollzogenen Wahlen wieder auf fünf Jahre festgelegt.

Ehrungen Viele Bürgermeister wurden im Laufe der Jahre für ihre Tätigkeit geehrt. Nach Hubert Fink, Paul Maria van Aaken und Franz Wolters wurden in Emmerich sogar posthum Straßen und Plätze benannt.

Quelle: RP
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