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Rees
Die "Jubelpfanne" ist jetzt Reeserin

Rees: Die "Jubelpfanne" ist jetzt Reeserin
Mariehilde Henning (v.l.) Ralf van Bruck, Christoph Gerwers und Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken nahmen neben der Skulptur Platz. FOTO: ROOS
Rees. Die Volksbank hat der Stadt eine zweite Figur von Christel Lechners Alltagsmenschen überreicht. Bürgermeister Christoph Gerwers taufte die Figur, die samt Hund an der Pumpe Platz genommen hat, auf den Namen Gertrud.

Bürgermeister Christoph Gerwers nennt sie Gertrud. Gemeint ist die stattliche Dame, die mit ihrem Hündchen am Reeser Markt Platz genommen hat. Sie als Jubelpfanne zu bezeichnen, befand der Chef der Reeser Stadtverwaltung dann doch für leicht despektierlich. Dabei stammt der Ausdruck "Jubelpfanne" aus dem Ruhrgebiet und bezeichnet liebevoll eine Frau, die ein bisschen pfundiger ist, "aber trotzdem Spaß am Leben hat", klärt Christel Lechner, die Künstlerin, die die Alltagsmenschen schuf, auf. "Die Frau ist nicht wirklich schön, aber sie ist lustig."

Eine Jubelpfanne zeichne sich durch ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre üppige Leibesfülle aus. "In der Mitte des Lebens angekommen, strahlt sie von innen, legt Wert auf eine gepflegte Erscheinung und steht ganz offensichtlich zu ihrem Wohlfühlgewicht: Diäten und Size-Zero-Moden sind für sie kein Thema, stattdessen Lebenslust und Tafelfreuden", gibt Christel Lechner eine Erklärung.

Möglich gemacht hat diese Anschaffung ein besonderes Bonbon der Volksbank Emmerich-Rees als Werbepartner der Ausstellung. Da wie bekannt die Crowdfounding-Aktion erfolgreich gelaufen ist, hat die Bank eine zweite Figur aus eigener Tasche finanziert. "168 Unterstützer haben für den Ankauf 6000 Euro gespendet, durchschnittlich 35 Euro pro Person", fasste Ralf van Bruck vom Voba-Vorstand zusammen. Welche Figur das Stadtbild bereichern sollte, das wurde im Kulturamt der Stadt entschieden. "Gerne hätten wir die Frau am Brunnen behalten, die aber wies diverse Schäden auf, die sie schon vor ihrem Besuch in Rees erlitten hatte", erzählte Christoph Gerwers. So bot Christel Lechner den Stadtvätern die Dame im zartblauen Kleid an, das Hündchen gab die Volksbank als Bonbon dazu. Wer Gertrud schräg von der Seite anschaut, sieht im Hintergrund das Volksbankgebäude.

"Ich hoffe, dass sich der Kulturausschuss in der kommenden Woche dazu entschließt, fünf weitere Figuren anzukaufen", stellt Bürgermeister Gerwers in Aussicht. Und da es Gertrud langfristig nicht gut bekommt, frei auf der Steinumrandung des Baumbeetes zu sitzen, wurde ihr ein Stück Rückenlehne gegönnt. Allerdings musste sie dafür einen Sicherungsbolzen im Gesäß in Kauf nehmen.

Da Christoph Gerwers weiß, wie empfindlich die Bürger sind, wenn es um den Platz an der Pumpe geht, wird ein weiterer Sitzbereich mit einer hölzernen Rückenlehne ausgestattet. Was jetzt noch fehlt, ist ein Spitzname für den Foxterrier, der brav neben Trudi Platz macht. Doch da werden sich die Reeser sicherlich umgehend kreativ zeigen und mit Ideen bei Facebook aufwarten.

(ha)
 
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