| 00.00 Uhr

Emmerich
Die knallgrüne Alternative zur Bahn

Emmerich: Die knallgrüne Alternative zur Bahn
Ein Blickfang im Straßenverkehr sind die knallgrünen Fernbusse, die auch Emmerich anfahren. FOTO: Uwe Miserius
Emmerich. Seit vergangenem Sommer ist Emmerich ein Bedarfshaltepunkt für das Busunternehmen "Mein Fernbus FlixBus". Vor allem die Direktverbindung nach Amsterdam wird von den Fahrgästen besonders gerne angenommen. Von Markus Balser

Was Fernziele anbelangt, ist Emmerich in den letzten Jahren systematisch von der Bahn abgekoppelt worden. Fahrplanmäßig stoppt der ICE schon lange nicht mehr am Bahnhof, und auch die Nachtzüge, die einst regelmäßig von Amsterdam über die Rheinstadt nach Kopenhagen, Prag und Warschau fuhren, wurden längst eingestellt.

Im Zuge der Liberalisierung des Fernbusmarktes konnte "MeinFernbus FlixBus" in diese Lücke springen. Seit gut zwei Jahren ist das Unternehmen in der Region ein Begriff. Von Isselburg, Hamminkeln, Wesel und Bocholt aus steuert die kostengünstige Alternative zur Bahn an fünf Tagen die Woche Städte wie Saarbrücken, Straßburg, Freiburg oder Konstanz an. Europaweit bietet FlixBus derzeit gut 10.000 tägliche Direktverbindungen an, im August vergangenen Jahres kam auch Emmerich als sogenannter Bedarfshaltepunkt dazu. Vom Bahnhof aus gibt es bislang zwei Direktverbindungen - nach Münster und nach Amsterdam. Andere Ziele, etwa Brüssel, Paris oder Berlin, lassen sich durch eine Umsteigemöglichkeit ebenfalls erreichen.

"Bedarfshaltepunkt" bedeutet allerdings, dass die knallgrünen Busse des Unternehmens nur dann von Emmerich aus starten, wenn mindestens 60 Minuten vor planmäßiger Abfahrt ein Ticket von dieser Haltestelle gebucht wurde oder wenn Fahrgäste dort aussteigen wollen. Fahrkarten können in den Emmericher Reisebüros Poot, Queisler, Yonca Tours sowie am Bahnhof und im Internet gebucht werden. Grundsätzlich gilt: Je eher die Fahrgäste buchen, desto günstiger fahren sie. Die Fahrt von Emmerich nach Münster gibt es ab 6 Euro (maximal 12 Euro), sie dauert etwa zwei Stunden. Ab 13 Euro und in einer Stunde und 40 Minuten geht es von Emmerich nach Amsterdam, maximal kostet die Reise 35,50 Euro. Kinder- und Gruppenpreise entlasten die Reisekasse zusätzlich. Von Emmerich sind derzeit 39 Ziele im europaweiten Streckennetz erreichbar.

Mit diesem Konzept ist "Mein Fernbus FlixBus" schon kurz nach der Unternehmensgründung in die Gewinnzone gerutscht und Marktführer in Deutschland geworden. Mit der Entwicklung in Emmerich ist das Unternehmen zufrieden. Genaue Fahrgastzahlen möchte eine Unternehmenssprecherin zwar nicht nennen, erklärt aber: "Nachdem die Emmericher den Winter über etwas zurückhaltender waren, verzeichnen wir seit März wieder eine steigende Nachfrage. In jedem Fall ist der Halt in Emmerich eine gute Ergänzung auf der Verbindung 069 und erfüllt unsere Erwartungen."

"MeinFernbus FlixBus" arbeitet mit rund 190 europäischen Buspartnerunternehmen zusammen. Dabei handelt es sich größtenteils um mittelständische, familiengeführte Busunternehmen, die die Busse und Fahrer stellen, während sich die Teams von "MeinFernbus FlixBus" in Berlin, München, Paris und Mailand unter anderem um die Streckenplanung und -genehmigung und den Kundenservice kümmern. Die Verbindungen über Emmerich wird in Kooperation mit mittelständischen Busunternehmen Ermann Reisen aus Nordwalde betrieben.

Alle Ziele, Reiseagenturen sowie tagesaktuelle Fahrpläne im Internet unter www.meinfernbus.de/staedte/bus-ab-emmerich

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: Die knallgrüne Alternative zur Bahn


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.