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Flüchtlinge in Emmerich
Die Krise macht uns stark

Meinung | Emmerich. Wenn Menschen in Turnhallen eine Bleibe finden müssen, ist der Notstand erreicht. In Emmerich spüren die Menschen seit dieser Woche das Flüchtlingsdrama. Eine der größten Herausforderungen der Nachkriegszeit für Deutschland. Und die Reeser suchen ebenfalls in diesen Tagen händeringend nach Unterkünften.

Dass das die Nerven mancher Mitbürger überstrapaziert, sei an dieser Stelle nur erwähnt. Denn, Gott sei Dank, begreift die Mehrheit der Menschen bei uns, dass eine Zivilgesellschaft an dieser Aufgabe wachsen muss. Es geht um unsere Werte.

Dem widerspricht nicht der Brief, den auch der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers an die Bundeskanzlerin geschrieben hat. 215 NRW-Bürgermeister haben erklärt, dass die Städte an ihre Grenzen stoßen. Sie hoffen auf eine politische Lösung.

Wichtiger vielleicht noch als solche Offenen Briefe ist der offene Umgang mit der Situation und eine gute Information der Bürger. Mit der Nachricht, dass in dieser Woche 150 Geflüchtete in Emmerich untergebracht werden, verband die Emmericher Stadtverwaltung direkt den Hinweis auf eine Informationsveranstaltung für alle Bürger. Gestern Abend fand sie statt. So erhalten Bürger Antworten auf Fragen, die sich für sie aus der Situation ergeben.

Aber es ist eben auch so, dass es nicht auf alles tatsächlich jetzt schon eine Antwort geben kann.

In Syrien herrscht beispielsweise eine Situation, die sich mit dem Dreißigjährigen Krieg in Deutschland vergleichen lässt. Verschiedene Armeen kämpfen gegeneinander, unterstützt von unterschiedlichen Mächten, die alle ihre eigenen Interessen haben, so dass sich der Krieg noch über Jahre hinziehen kann. Die Zivilisten sind gefährdeter als die Soldaten, denn sie sind völlig schutzlos.

Wann die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren können, weiß daher niemand. Deshalb muss auch allen klar sein, dass unsere Hilfe noch länger gebraucht wird.

Wer seine Existenz, sein Hab und Gut hinter sich lassen muss und aus so einem Land mit seiner Familie flieht, bekommt in Deutschland Schutz und eine Bleibe, egal ob sich andere Länder in Europa vor ihrer Verantwortung drücken.

Darauf bin ich stolz.

Quelle: RP
 
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