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Emmerich
Die Rheinbrücke ist jetzt reif fürs Museum

Emmerich: Die Rheinbrücke ist jetzt reif fürs Museum
Auf diesem Foto ist die Brücke noch im Bau. Am 3. September 1965 wurde sie freigegeben. FOTO: Stadtarchiv Emmerich
Emmerich. Eine neue Ausstellung im Rheinmuseum erinnert an erste Pläne, die Bauzeit und die Fertigstellung der Rheinbrücke, die seit mittlerweile 50 Jahren Emmerich mit Kleve verbindet.

60 Millionen Euro hat der Brückenschlag zwischen Emmerich und Kleve gekostet. "Heute würde man dazu Schnäppchen sagen", so Museumsleiter Herbert Kleipaß - und erntete dafür einige Lacher seitens des Publikums. Humorig und mit vielen Erinnerungen gespickt, eröffnete er gestern die neue Ausstellung im Rheinmuseum "Rheinbrückenschlag vor 50 Jahren". Darin zu sehen? 34 großformatige Rahmen, die alte Fotos, Skizzen und Zeitungsartikel zum Thema Rheinbrückenbau zeigen.

Erste Dokumente stammen dabei von 1930. "Schon damals gab es erste Bemühungen, eine Brücke über dem Rhein zu verwirklichen", so Kleipaß. Doch es dauerte noch einmal über 30 Jahre, bis endlich am 2. Mai 1962 Emmerichs Bürgermeister Willi Pieper den Grundstein für eine der wichtigsten Verbindungen über den Rhein legen konnte. "Der Tag hat eine besondere Bedeutung für uns am Niederrhein. Auf ihn haben wir sechs Jahrzehnte gewartet", wird Pieper zitiert. Herbert Kleipaß kann das nur unterstreichen. "Sie sorgt für eine ausgezeichnete Verkehrsverbindung. Heute ohne Brücke? Kaum vorstellbar!" Am 3. September 1965 wurde die Brücke frei gegeben. "Das war wie ein großes Volksfest. Für den Bürger gab es Freibier und bei der Stadtverwaltung wurde eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet", erinnert sich Kleipaß. Doch der erste Tag der Rheinbrücke war auch der letzte Tag der Rheinfähre Christophorus.

Neben Erinnerungen hatte Herbert Kleipaß auch ein paar Zahlen und Fakten parat. So zählte er auf, dass in 40 Monaten Bauzeit eine Stahlkonstruktion von etwa 10 000 Tonnen über den Rhein gespannt wurde. Beeindruckend sind da etwa auch die Bilder in der Ausstellung, die die Einsetzung des letzten Brückenteils am 24. Mai 1965 um 10.15 Uhr zeigen. Dicke Kräne ranken neben der Brücke empor um diese nun zu vollenden und so das Eingangstor in die Bundesrepublik zu schaffen. Damals war dieses nicht wie heute "Schweinchenrosa" sondern "Olivgrün" gestrichen. Demnächst sollen LED-Strahler wieder für ein leuchtendes Rot sorgen.

Übrigens: Herbert Kleipaß verwies auch auf ein Dokument "auf dem interessante Namensvorschläge für die Brücke zu lesen sind." "Ein Glück, dass die nicht umgesetzt wurden", so Kleipaß.

Von welchem Namen die Rede ist, können Besucher am besten selbst in der Ausstellung nachlesen, die bis zum 1. Oktober zu sehen ist.

(seul)
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