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Rees
Die Rheinkönig geht mit einem Lachen

Rees: Die Rheinkönig geht mit einem Lachen
Auch auf dem Kalender der Lebenshilfe machte sie als Mary Poppins eine gute Figur. FOTO: Michael Scholten
Rees. Als erste Rheinkönigin mit Down Syndrom sorgte Davina Möllenbeck bundesweit für Aufsehen. Die Amtszeit der Millingerin geht nun zu Ende. Ein Rückblick auf 366 Tage voll Lebensfreude.

Davina Möllenbeck fasst ihre 366 Tage als Rheinkönigin mit einem einzigen Wort zusammen. "Schön!" Die 33 Jahre alte Millingerin genoss nicht nur ihre zahlreichen Auftritte, sondern auch bundesweite Aufmerksamkeit, seit sie beim Reeser Rheinfest am 16. Oktober 2016 zur ersten Rheinkönigin mit Down-Syndrom ernannt wurde. Was eigentlich ganz normal sein sollte, war dann irgendwie doch etwas Besonderes. Und so berichteten schnell die überregionalen Zeitungen und auch die WDR-"Lokalzeit" über die sympathische Regentin vom Niederrhein.

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss schickte einen Brief an die Stadt Rees und die Reeser Werbegemeinschaft: "Diese eigentliche Selbstverständlichkeit, Menschen mit Handicap genauso zu behandeln wie Menschen ohne Behinderung, ist leider nicht gang und gäbe. Daher beeindruckt mich Ihre Entscheidung, eine junge Frau mit Down-Syndrom zur Rheinkönigin zu machen, umso mehr, und ich danke Ihnen für Ihren vorbildhaften Schritt hin zu mehr Teilhabe, Toleranz und Inklusion."

An ihrem Arbeitsplatz wurde Davina Möllenbeck vom WDR gefilmt. FOTO: Lebenshilfe

Auch Verena Birnbacher, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Unterer Niederrhein, lobt den "Mut" der Stadt Rees, "wobei wir wussten, dass man für diese Entscheidung gar keinen Mut braucht. Denn Davina ist genau die richtige Persönlichkeit, um mit ihrer unbändigen Lebensfreude die Stadt richtig toll zu repräsentieren."

Davina Möllenbeck arbeitet seit elf Jahren in der Werkstatt der Lebenshilfe in Groin. Neben der Arbeit spielt sie in dort in der Theatergruppe "Augenblick", singt im Chor der Lebenshilfe, tanzt Ballett, spielt Klavier und betreibt asiatische Kampfkunst. Mit der Halderner Theaterpädagogin Silja Böhling-Buhl entwickelte sie das Puppentheaterstück "Komisch Anders oder Anders Komisch", das beide im April gemeinsam zum 20-jährigen Bestehen des Städtischen Museums Koenraad Bosman aufführten.

FOTO: Fotos (Archiv) mvo/ms

"Davina scheut nicht die Bühne, Davina scheut nicht die Kamera", sagt Ole Engfeld, Assistent der Geschäftsführung der Lebenshilfe. So war es für ihn eine logische Entscheidung, Davina Möllenbeck für das Ehrenamt der Rheinkönigin vorzuschlagen. Kurz zuvor posierte Davina für den Kalender "Reeser Stars 2017", der in mehr als 500 Reeser Haushalten noch immer an den Wänden hängt, als Bond-Girl und als Kindermädchen Mary Poppins.

"Ich habe selten jemanden gesehen, der so stolz war, dieses Amt ausüben zu dürfen wie Davina", sagte Bürgermeister Christoph Gerwers schon bei der Krönungszeremonie im Herbst 2016. Heute ist die ganze Stadt stolz auf die Rheinkönigin. "Davina ist und bleibt eine tolle Botschafterin - für Rees und für die Inklusion", lobt Renate Bartmann, die Vorsitzende der Reeser Werbegemeinschaft. Die RWG dankt auch Davinas Eltern, Anneliese und Richard Möllenbeck, sowie ihrem Bruder Dominik. Denn bei vielen Anlässen, die in Rees und den Nachbarorten durch den Besuch der Rheinkönigin geadelt wurden, war die "Königinnenfamilie" stets mit von der Partie.

(ms)
 
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