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Emmerich
Die Studie zur Betuwe in Elten kommt

Emmerich: Die Studie zur Betuwe in Elten kommt
Die Ratssitzung im PAN-Kunstforum. Hans-Jörgen Wernicke erläutert die Position der BI "Rettet den Eltenberg" und spricht dabei von Misstrauen. FOTO: mvo
Emmerich. Eine "Machbarkeitsstudie" soll die Gleisbettvariante für die Betuwe am Eltenberg unterstützen. Das hat der Rat gestern Abend beschlossen. Dagegen stimmte die BGE: Ihr geht der Kompromiss nicht weit genug. Bürger sind misstrauisch. Von Sina Zehrfeld

Es gab Augenblicke von komödiantischer Qualität bei der Ratssitzung gestern Abend. Etwa das Kammerspiel zwischen Bürgermeister Johannes Diks und Hans-Jörgen Wernicke, Sprecher der BI "Rettet den Eltenberg". Richtig mitreden dürfen bei einer Ratssitzung nur Ratsmitglieder, also nicht Wernicke. Normalbürger dürfen in der "Einwohnerfragestunde" Fragen stellen, nicht jedoch ihre politische Meinung ausbreiten. Genau das aber wollte der BI-Sprecher natürlich tun. Woraufhin ihm Bürgermeister Diks freundlich riet: "Ihr Wortbetrag könnte ja enden mit: Sind Sie nicht auch der Meinung...?"

Eine Taktik, die Wernicke fortan konsequent verfolgte. Zur Betuwe. Und zum Thema "Straßenverkehr in Elten": Ob man nicht auch der Meinung sei, dass davon reichlich vorhanden sei? Und ob man nicht auch glaube, schlug er den Bogen zur Betuwe zurück, dass eine Umgehungsstraße, wie in der Gleisbett-Variante angedacht, da helfen könne? Oder, mit Blick auf abweichende Beschlüsse aus dem Jahr 1984: Ob man nicht auch, wie er, der Ansicht sei, dass ein Mensch in dreißig Jahren vielleicht etwas dazulernen könnte?

Abgesehen von amüsanten rhetorischen Taschenspielertricks war die Rats-Sondersitzung, zu der einige Dutzend Bürger als Zuschauer ins PAN-Kunstforum gekommen waren, eine ernste Angelegenheit.

Der Rat beschloss wie erwartet, dass die Stadt auf eigene Kosten eine "Machbarkeitsstudie" in Auftrag gibt, um die Gleisbett-Variante zu stützen. An Planungsgesprächen soll die BI "Rettet den Eltenberg" in Zukunft "angemessen beteiligt" werden. Außerdem wird die Verwaltung nach der Möglichkeit forschen, für das Projekt EU-Fördermittel zu gewinnen.

Allein die Politiker der BGE stimmten gegen diesen Kompromiss. Sie fordert nach wie vor, dass die Stadt eine Abgrabung des Berges von vornherein strikt ablehnt.

Damit würde Emmerich die Tür für eine "Konsenslösung" mit Bahn und Land zuschlagen, hielten die übrigen Politiker dagegen. Und dann müsste die Stadt schwindelerregende Kosten stemmen. Dabei könne Emmerich gar nicht "an der Bahn vorbei planen", man könne gegen Bahn und Land einfach keine Trassenführung durchsetzen.

Immer wieder war zwischenzeitlich von der Skepsis der Bürger gegenüber der Stadt die Rede. Hans-Jörgen Wernicke sprach von "großen Bedenken" und Misstrauen. Eine Einwohnerin setzte der Verwaltung die Pistole auf die Brust: Sie wollte wissen, wie sie zur Gleisbett-Variante stehe.

Darauf antwortete der Beigeordnete Dr. Stefan Wachs. Die beschlossene Machbarkeitsstudie wolle man haben, "um im Sinne der Gleisbettvariante so gut wie möglich positioniert zu sein", sagte er. Sinn der Sache sei es, Argumente zu sammeln und "uns gegenüber den Planern zu wappnen".

Quelle: RP
 
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