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Emmerich
Die Top-Managerin aus dem Dorf vom Deich

Emmerich: Die Top-Managerin aus dem Dorf vom Deich
"Ich blicke da selbst nicht so ganz durch, was sie so alles macht", sagt Vater Jupp Helmes. FOTO: Endermann, Andreas (end)
Emmerich. Nur ein Manager in Deutschland verdiente laut "Capital" im Jahr 2014 mehr als sie: Dr. Marion Helmes, ehemalige Vorstandssprecherin des Pharmariesen Celesio AG, ist eine gefragte Geschäftsfrau.

"Heute habe ich mit meiner Tochter noch telefoniert", erzählte gestern Josef (Jupp) Helmes. Dass das Urgestein des SV Vrasselt mit der Tochter telefoniert oder sie gar zu Gesicht bekommt, ist relativ selten. Denn Dr. Marion Helmes ist auch nach ihrem Ausscheiden beim Pharmagroßhändler Celesio AG eine gefragte Managerin. Sie sitzt in mehreren Aufsichtsräten, kommt viel herum, gestern New York, heute Berlin. "Ich blicke da selbst nicht so ganz durch, was sie so alles macht", sagt Josef Helmes.

Die Emmericherin ist längst ganz oben angekommen. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" zitierte jetzt aus einer Studie der Unternehmensberatung HKP Group über Topverdiener in der deutschen Wirtschaft. Danach kam im Geschäftsjahr 2014 Pro Sieben/Sat 1-Chef Thomas Ebeling mit knapp 29 Millionen Euro Jahressalär auf Platz 1, dahinter folgt schon Marion Helmes, die als ehemalige Vorstandssprecherin von Celesio und bis dato einzige Frau an der Spitze der 160 analysierten Unternehmen auf ein Gesamtpaket von 18 Millionen Euro kam, eine mehrfache Millionärin also.

Marion Helmes (50) gilt als eine der erfolgreichsten Geschäftsfrauen Deutschlands - und stammt vom Dorf, aus Dornick. Sie studierte Betriebswirtschaft an der Freien Universität Berlin und promovierte an der Uni St. Gallen. Ihre Karriere startete sie 1991 bei der Treuhand in Berlin als Referentin für Sanierung/Privatisierung in den Bereichen Handel, Textil, Bekleidung und Leder. Nach einem Engagement als Projektleiterin in Warschau wechselte sie 1997 zum Stahlgiganten KruppHoesch (seit 1999 ThyssenKrupp), wo sie u.a. zur Hauptreferentin für Controlling aufstieg. 2011 wechselte sie dann zum Solarzellenhersteller Q-Cells. 2012 avancierte sie zunächst zum Finanzvorstand des in Stuttgart ansässigen Pharmakonzerns Celesio und 2013 zusätzlich zur Vorstandssprecherin von Celesio, einem der drei führenden Pharmagroßhändler in Europa.

Das börsennotierte Unternehmen beschäftigt rund 38 000 Mitarbeiter und ist in 14 Ländern weltweit vertreten. Nach 30 Monaten, nach der Mehrheitsübernahme durch McKesson, trennten sich die Wege, und Helmes erhielt eine Abfindung über mehr als 10 Millionen Euro, wie das Manager-Magazin seinerzeit berichtete.

"Man muss konsequent handeln, um erfolgreich zu sein und seine Mitarbeiter immer wieder motivieren können" - so erklärte Marion Helmes ihren steilen Aufstieg, als sie es 2005 als erste Frau in den Vorstand von ThyssenKrupp geschafft hatte.

Angesprochen auf ihre Sonderrolle als Topfrau in der deutschen Wirtschaft meinte sie außerdem: "Ich bin mir sicher, dass ich nicht die letzte sein werde."

Ist sie sicher nicht, aber all zu viele Frauen auf Chefsesseln gibt es immer noch nicht. Aber zumindest ist Marion Helmes ein Beweis dafür, dass es gelingen kann.

(nk)
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