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Emmerich
Die toten Augen von London

Emmerich: Die toten Augen von London
Wolfram Pfäffler und Michaela Schaffrath auf der Suche nach dem Mörder - wie einst Blacky Fuchsberger und Karin Baal im Film-Klassiker. FOTO: O. Vosshage/Stadt Kleve
Emmerich. Edgar-Wallace-Klassiker am Dienstag in Kleve. Michaela Schaffrath in der Rolle der Kommissar-Assistentin Nora Ward. Von Matthias Grass

Nicht nur in Hannover schafft es Michaela Schaffrath zum Publikumsliebling: In der Rolle der legendären Karin Baal geht sie als Kommissar-Assistentin Nora Ward mit Kommissar Larry Holt in dem Edgar Wallace-Krimi "Die toten Augen von London" auch in Kleve auf Mörderjagd.

Larry Holt, der konnte im Film-Klassiker mit Baal und Joachim Fuchsberger nur einer sein: Klaus Kinski. Das war 1961. Heute hängt Londons Nebel nicht in Hamburg, wo Baal und Fuchsberger drehten, sondern auf den Bühnen, wo die Truppe mit Schaffrath und Wolfram Pfäffle in den Hauptrollen mit dem Stück gastiert.

2015 begeisterte die Truppe in Hannover Publikum und Kritik, nun ist sie mit der Komödie am Altstadtmarkt auf Tournee. Station zwei auf der Reise ist Kleve am Dienstag, 10. April, 20 Uhr. Sieben Akteure sind dabei in dem guten Dutzend Rollen zu sehen, müssen nicht nur ihre Figuren Wallace-gerecht auf die Bühne bringen, sondern auch so profane Dinge wie Umbauen in den Pausen erledigen. Tische tragen und Kulissen rücken sind dann angesagt - Regisseur Oliver Geilhardt macht aus dem Umbauen feine kleine Zwischenstücke mit über die Bühne irrenden Bobbys voller Humor und Slapstick.

Die Geschichte ist ein typischer Wallace: Holt und Ward glauben nicht mehr an Unfälle, als immer wieder reiche, tote Männer aus der Themse geborgen werden. Sie alle waren mit einer horrenden Summe bei der Greenwich-Agentur versichert, heißt es zum Stück.

Ein Zufall? Bei einem der Toten wird ein Zettel in Blindenschrift entdeckt und Holt vermutet, dass "Die toten Augen von London" - eine Verbrecherbande blinder Hausierer - wieder aktiv sind. Bei ihren Ermittlungen geraten Ward und Holt nicht nur in ein düsteres Blindenheim unter der Leitung eines Reverend Dearborn, sondern auch an den zunächst ehrenwert erscheinenden Rechtsanwalt Stephen Judd.

Nichts scheint zu sein, wie es scheint. Zumal die alte Mrs. Fitzgerald die junge Ward ins Grübeln bringt. Ein klassischer Who-done-it, in dem geschossen und gewürgt wird, in dem - ganz britisch - aber auch trockener Wortwitz ebenso dazu gehört, wie der befreiende Lacher.

Schaffrath hat sich als Schauspielerin und vor allem auf den nicht immer einfachen Brettern, die die Welt bedeuten, etabliert. Zuvor machte die 1970 in Eschweiler geborene Schauspielerin als Gina Wild in der Pornobranche Karriere, zog sich dort 2000 zurück und schaffte als eine der ganz wenigen dieser Branche den Sprung ins Schauspielfach. Sie spielte in zahlreichen Fernsehproduktionen wie im Tatort mit und steht heute vor allem auf der Bühne.

Quelle: RP
 
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