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Emmerich
Digitale Schultafeln sind die Zukunft

Emmerich: Digitale Schultafeln sind die Zukunft
Profis am interaktiven Whiteboard: Schülerin Melina mit Lehramtsanwärterin Tine Achternkamp. FOTO: Erwin Pottgiesser
Emmerich. In einigen Klassenzimmern der Leegmeerschule sind die Zeiten eines Tafeldienstes passé. Denn eine dunkelgrüne Tafel findet sich hier nicht mehr. Stattdessen ein Beamer, ein Computer und eine weiße Fläche, die zusammengenommen ein Whiteboard ergeben - eine digitale Tafel.

"Es ist sagenhaft, was dieses Teil kann", schwärmt Rektorin Nadja Scherer. "Die Arbeit mit einem Whiteboard eröffnet einem ganz andere Möglichkeiten im Unterricht." Lehramts-Referendarin Tine Achternkamp weiß diese schon gut zu nutzen. Etwa im Mathematikunterricht. Die Schüler sollen verschieden gefüllte Quadrate sinnvoll sortieren. An der digitalen Tafel, versteht sich. Melina zeigt keine Scheu. Wie selbstverständlich geht das Mädchen ans Whiteboard und schiebt mit den Händen die Quadrate umher - ebenso, als würde sie ein kleines Tablet bedienen. Als etwas nicht perfekt klappt, tippt die Schülerin ein-, zweimal auf die weiße Tafel und hat technisch alles wieder im Griff.

Trotz der hoch entwickelten Tafel vorne in der Klasse - natürlich werden auch Dinge noch in Arbeitsbüchern und auf Blättern erarbeitet. "Doch auch hier würden wir gern demnächst einen Schritt weitergehen und Tablets für die Schüler anschaffen", so Scherer. Diese wären natürlich kompatibel mit den Whiteboards. Dieses sei in Zeiten, in denen immer mehr Kinder einen Migrationshintergrund aufweisen, ein wahrer Segen. Das weiß auch Pädagogin Carina Hüsch. Gerade im Deutschunterricht kann man vieles damit verdeutlichen.

"Wenn ein Wort mal unbekannt ist, kann ich über den PC ein Bild im Internet aufrufen und dieses dann auf dem Whiteboard zeigen", erklärt Hüsch. Auch Arbeitsanweisungen werden verständlicher. "Ich kann die Arbeitsblätter auch auf dem Whiteboard aufrufen und den Kindern so genau zeigen, welche Aufgaben zu lösen sind", erklärt Scherer.

Apropos Arbeitsblätter. Ein großer Vorteil der digitalen Tafeln ist, dass über ein Netzwerk alle Computer miteinander verbunden sind. Heißt: Jeder Lehrer kann seine Materialen und Unterrichtsreihen nach Jahrgängen sortiert abspeichern. Ob Arbeitsblätter, eingescannte Bücher oder auch Musik - alles ist für jeden hier auffindbar und vor allem nutzbar. Doch die neue Technik hat noch mehr Praktisches für den Schulalltag parat - wie einen digitalen Zirkel etwa.

Inspiriert durch die gut ausgestatteten Klassenzimmer in den Niederlanden, hatte die Emmericher Schule vor vier Jahren das erste Whiteboard angeschafft. Finanziert wurde es vom Förderverein. Mittlerweile hat auch die Stadt weitere für die Grundschule angeschafft. Fünf hängen nun in den Klassenzimmern der Leegmeerschule. Bald soll das in jedem Klassenzimmer so sein. Heißt: Jeder Lehrer der Schule muss die Technik lernen. Untereinander wird nun das Wissen schon weitergegeben.

Tanja van Kampen macht keinen Hehl daraus: "Ja, es ist zeitintensiv, sich einzuarbeiten. Aber es lohnt sich in jedem Fall." Zumal: Wenn bald in jedem Klassenzimmer ein Whiteboard vorhanden ist, sind die Kreidetafeln passé. "Denn Whiteboards vertragen keinen Kreidestaub", weiß Scherer.

(seul)
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