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Emmerich
Drogenkurier mit 142 Beuteln im Magen

Emmerich: Drogenkurier mit 142 Beuteln im Magen
Auf diesem Bild einer Computertomographie sind die so genannten "Bodypacks" sehr gut zu erkennen. FOTO: Bundespolizei
Emmerich. Erwischt wurde der 20-Jährige auf der A3 bei Emmerich. Er wurde in ein Klever Krankenhaus zwangseingeliefert. Von Dieter Dormann

Einen Patienten mit Beschwerden "besonderer Art" hat das Klever Krankenhaus Sonntag aufgenommen: einen 20 Jahre alten Nigerianer mit Wohnsitz in Rom, der in seinem Magen 142 "Bodypacks" (Folienbeutel aus Cellophan) mit 1346 Gramm Kokain und 250 Gramm Heroin transportierte - Straßenverkaufswert: 98.000 Euro. Die Drogen waren auf Bildern einer Computertomographie deutlich sichtbar, die im St-Antonius-Hospital gemacht worden waren.

Der "besondere Patient" schwebte aufgrund des hochgiftigen, damit lebensgefährlichen Inhaltes der Folienbeutel in höchster Gefahr. Dennoch war der Mann nicht auf eigenen Wunsch in einem Rettungswagen in das Hospital gebracht worden. "Zwangseingeliefert" hatten Beamte der Bundespolizei den 20-Jährigen - mit einem Streifenwagen und in Handschellen.

Aufgefallen war der Nigerianer den Fahndern bei der "Routinekontrolle" eines Fernreisebusses auf dem Rastplatz "Hohe Heide" an der Autobahn 3 zwischen dem Grenzübergang zu den Niederlanden und der Ausfahrt Emmerich. Als die Bundespolizisten alle Fahrgäste des Busses unter die Lupe nahmen, fiel ihnen der Nigerianer nicht nur auf, weil er lediglich mit sehr leichtem Gepäck unterwegs war, obwohl er nachmittags von Düsseldorf nach Rom fliegen wollte. Der Mann hatte auch "Angstschweiß" auf der Stirn und machte unglaubwürdige Angaben zu dem, was er in den Niederlanden gemacht hatte. Als dann auch ein Drogen-Wischtest an seinen Handflächen positiv war, war für die Beamten klar: Der Mann ist höchst wahrscheinlich als Drogenkurier unterwegs. Die Untersuchung im Klever Krankenhaus bestätigte diesen Verdacht.

Mindestens eine zweieinhalbjährige Freiheitsstrafe dürfte dem Nigerianer nach Einschätzung von Uwe Eßelborn, Sprecher der Bundespolizei in Kleve, nach einer Verurteilung bevorstehen. "Wenn er nach eineinhalb Jahren aus dem Gefängnis kommt, wird er wohl abgeschoben", meint der Behördensprecher weiter. Nun sitzt der 20-jährige mutmaßliche Drogenkurier erstmal in Untersuchungshaft.

Ebenfalls wegen Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz sitzen seit dem Wochenende zwei Landsleute des mutmaßlichen Drogenkuriers in Untersuchungshaft: ein 24 Jahre alter Mann und eine 30-Jährige. Das Duo, das zusammen mit einem 48-jährigen Niederländer in einem Pkw am Samstag gegen 3.45 Uhr auf der A 3 den Grenzübergang bei Elten überquerte, war Beamten der Bundespolizei aufgefallen. Bei der Kontrolle entdeckten die Fahnder in dem Auto des Niederländers 181 Rauschgift-Container mit 2160 Gramm Kokain - Straßenverkaufswert: 140.000 Euro. Drogenschnellteste waren bei allen Gefassten positiv. Computertomographien im Klever Krankenhaus ergaben: Nur im Magen des 24-Jährigen befinden sich erhebliche Mengen von Fremdkörpern - eventuell "Bodypacks". Nun warten die Ermittler, dass Folienbeutel aus Cellophan auf natürlichem Wege ans Tageslicht kommen. Deshalb liegt der 24-Jährige im Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg. Gegen die 30-Jährige ist ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Der Niederländer befindet sich wieder auf freiem Fuß.

Quelle: RP
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