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Emmerich
Drogenschmuggler muss über vier Jahre hinter Gitter

Emmerich. Nigerianer hatte 83 "Bodypacks" mit Kokain und Heroin geschluckt. Er sollte die Drogen nach Rom bringen.

Ein 23-jähriger Nigerianer, der gestern vor dem Klever Landgericht wegen der Einfuhr und Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt war, bat die beiden zuständigen Richter gestern in einer langen Ausführung kurz vor Verkündigung des Urteils um Vergebung.

"Bitte Herr Richter, bitte haben Sie Gnade. Ich wusste nichts über den Inhalt. Hätte ich gewusst, dass ich Drogen transportiere, wäre es für mich besser gewesen, auf Italiens Straßen zu betteln", sagte der Beschuldigte und schaute dabei oft verlegen auf den Boden.

Der vorsitzende Richter Jürgen Ruby verurteilte den 23-Jährigen jedoch aufgrund der Schwere des Vergehens zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Geschockt nahm der Nigerianer diese Strafe entgegen und überlegte noch im Gerichtssaal gegen das Urteil Revision einzulegen. Die von der Staatsanwaltschaft bereits in der Anklageschrift dargelegten Beweise sprachen allerdings eine eindeutige Sprache.

Im Januar wurde der 23-Jährige in einem ICE, der in Amsterdam gestartet war, in Emmerich von Polizeibeamten aufgegriffen. Bei näheren Untersuchungen im Krankenhaus wurden bei dem Nigerianer dann in seinem Körper 83 so genannte "Bodypacks", die er, wie er selbst in seiner Aussage zu gab, zuvor in Amsterdam geschluckt habe und in die italienische Hauptstadt Rom bringen sollte, gefunden.

Der Inhalt waren insgesamt 560 Gramm Heroin und 261 Gramm Kokain, wovon der Angeklagte nach eigenem Schildern aber nichts gewusst habe.

Allerdings sagte er, dass er für das Arbeiten als Kurier zuvor 1000 Euro von einem Bekannten versprochen bekam, was die Staatsanwaltschaft und später auch den Richter zweifeln ließ, dass er nicht wusste, was er transportierte. Der 23-Jährige nannte zwar einen Vor- oder Spitznamen des Bekannten, doch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefen diesbezüglich ins Leere.

Was das Gericht dem Beschuldigten jedoch zu Gute hielt, war, dass er "den gefährlichsten Part", so der Richter, übernommen habe und dieser üblicherweise nicht vom Dealer übernommen werde.

Für eine mildere Verurteilung sei die Masse an Drogen, die das rund 130-fache der geringen Menge darstellte, allerdings klar zu hoch gewesen.

(pets)
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