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Emmerich
Dunkle Wolken in Kalkars Museum

Emmerich: Dunkle Wolken in Kalkars Museum
Wolke über dunklem Blau - eines der Kuprat-Bilder in der Kalkarer Ausstellung. FOTO: Gottfried Evers
Emmerich. Die Kölner Künstlerin Sonja Kuprat zeigt ihre teils großformatigen Landschaften und Wolkenbilder. Von Matthias Grass

Auch dunkle Wolken können schön sein. Wenn sie sich hoch türmen, schwer und luftig-leicht zugleich. Wenn sie nach oben hell ausfransen, um unten gleich dunkel mit Regen zu drohen. Wenn sie mächtige Bilder am Himmel erzeugen und kurz das Licht als Reflex hindurchlassen. Oder wenn sie gar nicht dunkel wie eine Herde Schäfchen über den Himmel ziehen.

Die Malerin Sonja Kuprat hat für ihre Ausstellung im Kalkarer Museum eine ganze "Herde" von Wolken mitgebracht, die sie auf kleinen Bildern vor grauer Wand zur großen Installation gefügt hat.

"Bei genauem Hinsehen. Sonja Kuprat", heißt es seit Sonntag im alten Stufengiebelhaus hinter dem Kalkarer Rathaus. Das Museum der Stadt wird von den Freunden Kalkars geführt. Die stellen bis zu sieben Wechselausstellungen im Jahr auf die Beine.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kuprat in der Region ausstellt. Anfang 2014 war sie im Klever Projektraum.Bahnhof25 bei Elisabeth Schink zu Gast und überzeugte mit grünem Regenbild und dem Schatten der Bäume auf der Wand. In Kalkar hat sie mehr Raum, werden Landschaften gezeigt, die sie auf großen Formaten malt. Landschaften, die sich oftmals aber einfach nur über eine Horizontlinie definieren, die Kuprat irgendwo waagerecht auf die meist aus einem Impetus, einer spontane Idee heraus entstandenen Bilder setzt.

Manchmal gießt sie auch einen Eimer Farbe von der Leiter auf die vorher sorgfältig dunkel grundierte Leinwand. Dann hält sie die Leinwand schräg, so dass sich Verlaufsspuren ergeben, Farbnasen übers Blatt laufen, die später wie Regenstreifen aussehen, wenn man das Bild als Landschaft sieht. Manchmal arbeitet die Malerin nochmals mit breiten Quast und schwarzer Farbe im großen Gestus in die frische Farbe hinein, setzt dicke, pastose Schichten auf glatte Untergründe.

Letzten Endes ist es Farbmalerei, die die 1958 in Essen geborene Künstlerin da auf fein gemalten, oftdunkel-monochromen Hintergrund setzt, aus der sich Landschaften assoziieren lassen. Bilder, bei denen die Farbe nicht benutzt wird, um Inhalte zu illustrieren oder irgend eine Realität aufs Bild zu zaubern. Ganz anders dagegen ihre fein gemalten Wolkenbilder, die sich wie Naturbilder von Wolken lesen lassen, die durch die Formate schweben. Kuprat, die in Köln lebt und arbeitet, lässt aber immer Raum für Interpretationen, ihre Bilder tragen keine Titel. "Jeder kann etwas anderes in meinen Bildern sehen", sagt sie.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Quelle: RP
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