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Rp-Serie Es Stand In Der Zeitung
Durchbruch und Spritztour mit Folgen

Rp-Serie Es Stand In Der Zeitung: Durchbruch und Spritztour mit Folgen
So war er mal geplant: der Durchstich des Rheincenters zur Kaßstraße. FOTO: end/kds / repros: mvo
Emmerich. Über was wurde vor zehn, 15 und 20 Jahren berichtet? Die RP hat einmal nachgeschlagen und ist dabei auf manch interessante Geschichte gestoßen. Von Markus Balser

Samstag, 12. August, 2006: Manche Dinge werden irgendwann so selbstverständlich, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt, wie es früher einmal war. Dass etwa das Emmericher Rheincenter jahrelang nur durch einen Seiteneingang an der Straße Hinter dem Schinken erreichbar war, und so die Kunden, die über die Kaßstraße liefen, nicht direkt in das Einkaufszentrum geführt wurden, ist heute kaum noch vorstellbar. Vor zehn Jahren noch, war aber genau das der Fall. Und da mit C&A ein neuer Mieter auf der Matte stand, der genau dieses Problem erkannt hatte, musste Center-Manager Thomas Euwens harte Verhandlungen mit einem Anwohner führen, bis der eigentlich schon länger geplante Durchbruch zur Kaßstraße dann doch noch endlich Realität werden konnte. Dem Rheincenter tat dies sicherlich gut, auch wenn Probleme blieben. Das Rheinpark-Kino und die schmucke Kneipe "Manhattan" konnten sich nicht halten, und einige kleinere Geschäfte, die zum Gesamtkomplex gehören, stehen heute immer noch leer.

Montag, 13. August, 2001: Weil der 12. August vor 15 Jahren ein Sonntag war, geht es hier mit einem Bericht aus der Montagsausgabe weiter, der wohl in die Kategorie "kurios" fällt. Ein damals 20-Jähriger hatte um 6 Uhr in der Früh einen Linienbus gekapert, der auf dem Pesthof abgestellt war, gekapert und eine Spritztour angetreten. Wie er an den Fahrzeugschlüssel gekommen war, blieb damals zunächst unklar, ein geborener Busfahrer war der junge Mann aber jedenfalls nicht. Schon beim Anfahren touchierte er einen weiteren Bus, am Großen Wall zwei Ampeln, an Goebel- und Normannstraße fünf Autos und an der Ecke zur Speelbergerstraße fuhr er ein Wartehäuschen der Niag platt. Die Fahrt endete schließlich an einer Mauer von "Famila" (heute Kaufland). Der junge Mann stand erheblich unter Alkohol, der Schaden lag bei 100.000 Euro und die Sache wurde auch dadurch nicht gerade besser, dass der 20-Jährige keinen Führerschein hatte - nur den für ein Mofa. Wie die Polizei zu berichten wusste, war der Vater des Crash-Piloten "begeistert" gewesen, als ihm sein Sohn von den Beamten übergeben wurde. Aber zum Glück war wenigstens niemandem etwas passiert.

Montag, 12. August, 1996: Auf dem Land waren das in früheren Zeiten große gesellschaftliche Ereignisse - Märkte, auf denen Nutztiere verkauft wurden. Der Emmericher Reitverein von Lützow hatte 1971 diese Tradition wieder aufgegriffen und einmal im Jahr einen Pferde- und Ponymarkt auf seinem Gelände in Borghees organisiert - somit 1996 zum 25. Mal. Hier gab es alles rund ums Pferd, aber auch Geflügel und Kleintiere wurden von Händlern aus ganz NRW feilgeboten. Etwa 100 Pferde und Ponys standen zur Auswahl.

Anstelle von hochgezüchteten Rassetieren, gab es hier wiehernde Vierbeiner für Jedermann. Wer ein solches Huftier erstehen wollte, musste allerdings schon zwischen 800 und 3000 D-Mark dabei haben, eine schnittige Kutsche gab es für 7500 D-Mark. Kam ein Kauf zustande, wurde er mit einem Handschlag besiegelt. Ganz wie früher eben.

Quelle: RP
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