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Emmerich
Eberl kommt ins Kino

Emmerich: Eberl kommt ins Kino
Max Eberl, 41-jähriger Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, wurde in diesem Jahr von einem Fachmagazin zum "Manager des Jahres" gewählt. FOTO: imago
Emmerich. Für die Fans von Borussia Mönchengladbach lohnt sich am Montag, 6. Juli, ein Besuch in den Klever Kinos. Max Eberl, Manager von Borussia Mönchengladbach, kommt zu einer Diskussionsrunde.

Es war 1970, als Werner Drießen (70) auf der Hoffmannallee ein Sportartikelfachgeschäft eröffnete. Das erste in Kleve. Sein Sortiment war gering - die Freude, vor allem die der Fußballspieler, groß. 45 Jahre später verkauft Drießen immer noch Stollenschuhe. Beim Intersport Profimarkt ist der Mann auch deshalb gefragt, weil er die schönen Geschichten aus vermeintlich besseren Tagen erzählen kann.

Fotos: Trainingsauftakt bei der Borussia FOTO: Dirk Päffgen

Eine davon ist die vom ehemaligen Fußball-Nationalspieler Rolf Rüssmann. Der gab 1977 in seinem Shop eine Autogrammstunde. Ein Hummel-Vertreter hatte ihm den Schalker besorgt. Drießens kleines Geschäft hielt dem Ansturm nicht stand, die Schaufensterscheibe platzte. "Damals konnte man sich die Spieler nahezu aussuchen. Ein Anruf, am nächsten Tag waren die da", sagt der 70-Jährige.

Nach 38 Jahren hat Drießen wieder einen aus der ersten Reihe des Fußballgeschäfts geholt. "Ich hätte nie gedacht, dass ich dafür so viele dicke Bretter bohren muss", sagt der 70-Jährige. In einer Zeit, in der sich jeder zweite Regionalligaspieler für einen verkannten Weltstar hält und die Vereine ihrem Personal nahezu verbieten, aus dem Bus zu gucken, ist es schwer, namhafte Personen aus der Bundesliga für einen Besuch zu gewinnen.

Das ist Max Eberl FOTO: dpa, mb tba

Drießen hat dafür gesorgt, dass Max Eberl nach Kleve kommt. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach nimmt am Montag, 6. Juli, ab 18 Uhr, im großen Kinosaal im Tichelpark an einer Diskussionsrunde teil. Mit am Stehtisch ist der bekannte Klever Herzchirurg Prof. Dr. Reiner Körfer, Vorsitzender des Aufsichtsrats bei der Borussia. Moderiert wird der Treff von Dr. Robert Peters, Sportchef-Reporter der Rheinischen Post und gebürtiger Gocher. Ab 17 Uhr ist Einlass, 18 Uhr Beginn, der Eintritt ist frei. 400 Fußball-Freunde finden in dem Kinosaal Platz. Dafür, dass es den Gästen an nichts fehlen wird, sorgt Reinhard Berens, Leiter des Filmtheaters. Die Klimaanlage soll ebenso laufen wie Obergäriges, verspricht Berens. Auch der Borussiafanclub Kleve ist in die Veranstaltung eingebunden. Er hat bereits etliche Spieler der Gladbacher zu Fantreffen begrüßen konnte. Zuletzt war 2013 Oscar Wendt in Kleve.

Großen Anteil daran, dass Werner Drießen den Gast aus dem Mönchengladbacher Nordpark für einen Auftritt im Kino gewinnen konnte, hat Dr. Reiner Körfer. "Ich kenne den Reiner sehr gut und sehr lange. Wir haben in der Kindheit täglich Fußball gespielt. Ecke Mittelweg, Beethovenstraße", sagt der Sportartikel-Fachmann. Zwei Jahre hatte sich Drießen um Max Eberl bemüht. "Irgendwann hatten wir uns auf den Manager eingeschossen. Hans Meyer hätten wir einfacher haben können. Doch den kennen die jüngeren Fans nicht so gut", sagt Werner Drießen. Der Unterhaltungswert von Meyer, der nicht als bekennender Diplomat gilt, wäre zweifellos groß gewesen.

Gladbach stellt Josip Drmic vor FOTO: Dirk Päffgen

Max Eberl wird wohl auch einiges darüber erzählen, wie er Gladbach zu dem gemacht hat, was der Verein heute ist. Die Tage, an denen nur die kleinen Scheine am Automaten gezogen wurden, sind derzeit vorbei. Als er den Job bei der Borussia angetreten hatte und die Elf in der Tabelle extrem weit unten stand, äußerte sich das Borussen-Denkmal Berti Vogts zu der Verpflichtung. Eberl wisse doch gar nicht, wie er in diese Position gekommen sei. Vogts mutmaßte, dass Eberl wahrscheinlich zufällig mit dem Fahrrad vorbeigefahren sei. Was der Fahrradfahrer alles geschafft hat, ist bekannt. Und wer ihn am Montag sehen will, auch: Vor allem die Fans der Borussia. Aber andere dürfen auch kommen, so Drießen. Doch wenn die nicht kommen, wäre das auch kein Drama.

VON PETER JANSSEN

Quelle: RP
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