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Emmerich
Edle Brände selbst gemacht

Emmerich: Edle Brände selbst gemacht
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Die kleinste gewerbliche Verschlussbrennerei Deutschlands befindet sich in Dornick.

Die Früchte der Region, wie Äpfel, Birnen, Himbeeren, Quitten und Pflaumen, in ganz spezieller Weise genießen, das kann man mit den Produkten aus der kleinsten gewerblichen Verschlussbrennerei Deutschlands - der Niederrhein-Destille in Dornick. Aus dem heimischen Obst brennen Ingrid und Andre de Schrevel Brände. "Dabei geht es uns nicht nur um die bloße Perfektionierung dieses traditionsreichen Handwerks - die Schaffung eines geschmackvollen und qualitativ hochwertigen Produktes steht dabei stets im Vordergrund", sagen sie.

Dass die Produkte von Qualität sind, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen. So wurde die kleine Niederrhein-Destille im letzten Jahr vom Verband Rheinischer und Saarländischer Klein- und Obstbrenner ausgezeichnet als "Top-Five-Brennereibetrieb". Für die Auszeichnung wurden fünf verschiedene Brände bewertet. Besonders stolz sind die Beiden auch über die Silbermedaille für den aktuellen "Williams-Christ-Birne"-Brand. Die gab es auf der "Destillata", der internationalen Edelbrand-Gala in Österreich, dem hochkarätigen Treffen der Meisterdestillateure.

In der Verköstigungsstube mit bis zu 14 Sitzplätzen - im Sommer auch auf der kleinen Terrasse - können die Gäste Obstbrände, Liköre und Ansatzschnäpse probieren. Da gibt es unter anderem den Zwetschgenbrand und den Apfelbrand, der im Holzfass gereift ist, den Elstar-Apfel-Reinsortenbrand, die beliebte Williams-Christ-Birne, den Quittenbrand und den "Deichfee"-Kräuterlikör aus Apfelbrand. Etwas Besonderes ist auch der "Bierbrand".

Da der Destillateur gerne experimentiert, ließ er jetzt seinen Bierbrand aus Bockbier im Holzfass reifen. Dadurch veränderten sich Farbe und Geschmack. "Kunden sagen, das ist der beste Bierbrand, den sie je getrunken haben", freut sich Andre de Schrevel, der sein Berufsleben als Zahntechniker begann und 23 Jahre lang ein Dentallabor an der Dorfstraße betrieb, bevor er seine "Leidenschaft fürs Brennen" zum Beruf machte und dort im Jahr 2008 die Niederrhein-Destille eröffnete. Die Basis für den Bierbrand, das Bier, bezieht de Schrevel von der Brauerei Walter Bräu aus Büderich.

Überhaupt arbeitet das Dornicker Ehepaar gerne mit Firmen aus der Region zusammen. So liefert Lensing & van Gülpen die Kaffeebohnen für den Kaffeegeist und den Kaffeelikör, wobei der grob gemahlene Kaffee mit Alkohol angesetzt und mit einer Kräuter- und Gewürzmischung versetzt wird. "Aber die bleibt unser Geheimnis", so de Schrevel. Die Pralinenmanufaktur in Rhede stellt eine Praline mit einer "Deichfee"-Füllung her, die bald auf den Markt kommt - Genuss pur! Und im November wird der erste "Niederrhein-Whisky" in der Destille angeboten. Drei Jahre muss er in Eichenholzfässern reifen.

Freunde guter Brände und Liköre kommen nicht nur vom Geschmack her auf ihre Kosten, sie können auch selbst die Kunst des Obstbrennens kennen lernen oder ein Destillierseminar zur Whisky-Herstellung besuchen. Im Laufe des ganztägigen Seminars mit Mittagessen und Kaffeetrinken werden die Teilnehmer über das Einmaischen des Malzes, die Verzuckerung, Vergärung und Destillation bis zur Fasslagerung alles über die Herstellung eines Malzdestillates für den Whisky in praktizierender Weise erfahren. Zuletzt wird das Destillat auf Trinkstärke herabgesetzt und verkostet.

Damit auch andere genießen können, bieten die Destille-Inhaber Geschenkarrangements an. So gibt es das "Kaffee-Geschenk" oder das "Apfel-Paket".

Auch die Quitte gibt es als Brand und als Edelsaft. Vielleicht schon im Hinblick auf Weihnachten ein guter Geschenk-Tipp.

VON MONIKA HARTES

Quelle: RP
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