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Emmerich
Ehemalige Realschüler erinnern sich an ihre Streiche

Emmerich. Warum die Realschüler des Entlassjahrgangs 1971 ihre Abschlussfahrt ausgerechnet nach Frankfurt am Main machen wollten, konnten die Lehrer nicht verstehen. "Was wollt Ihr denn da?" fragten sie. Das Programm sei ihnen eigentlich egal, meinten die Schüler, sie machten lediglich den Vorschlag, den Samstag zur freien Verfügung zu überlassen - schließlich hatten sie im Vorfeld Karten für das Spiel Mönchengladbach gegen Frankfurt besorgt. Es ging um die Deutsche Meisterschaft. "Gladbach gewann 4:1 und wurde Deutscher Meister. Und wir waren dabei", erinnerte sich Detlef Mentel beim Klassentreffen am Samstag im Restaurant "Franz", 45 Jahre nach der Schulentlassung. Die Eintrittskarte hat er noch. Von Monika Hartjes

"Wir waren der letzte Jahrgang, bei dem die Klassen noch nach Mädchen und Jungen getrennt waren", erzählte Mentel, der aus Wildeshausen bei Bremen kam und die weiteste Anfahrt hatte. Die Mädchen machten die Klassenfahrt getrennt von den Jungen. Sie wären gerne in eine europäische Großstadt wie London gefahren, am Ende ging es doch nach Berchtesgarden-Hintersee. "War auch ganz nett", sagte Sigrid Ruß, geborene Stöver. Auf dem Schulhof musste man "wie im Gefängnishof" immer in Runden gehen und wurde ermahnt, wenn man zu sehr nach den Jungen schaute, erzählte Hanni Langer geborene Eul. Man hatte zwar Unterricht in Religion gemeinsam, aber auch hier mied man Kontakte zu den Jungs. Sie konnte sich daran erinnern, als einmal die strenge Englischlehrerin ihre Perücke auf dem Schulhof verlor, ein lustiges Schauspiel für die Schüler. Von den ehemaligen 19 Schülerinnen nahmen drei am Klassentreffen teil, von den 33 Schülern acht.

Deren Abschlussfeier am 16. Juni 1971 sei legendär gewesen, hatte diese doch ein gerichtliches Nachspiel, erzählten die Herren. Von der Party hatten sie das Würstchenwasser in den Dosen aufbewahrt, diese im Kofferraum vom Ford 20 M eines älteren Schülers zum Haus des damaligen Direktors transportiert und dem so vor die Türe gestellt, dass sich die Flüssigkeit in dessen Hausflur verteilte. Er erstattete Anzeige. Im Amtsgericht stellte der Richter das Verfahren ein. Das sei ein Dummejungenstreich und diese würden unter Amüsement fallen, so der Richter.

Überhaupt war die Jungenklasse nicht die artigste. Spitzenreiter war Clemens Lörcks, der zugab, 196 Klassenbucheintragungen über die Jahre "gesammelt" zu haben. Erinnerungen gab es auch an den kleinen Kiosk "Hilleken" gegenüber der Realschule und die Pausenbrote. "Wir höhlten die Brötchen aus und steckten ein Milky Way hinein", erzählte einer. An diesem Abend kamen bei einem gemütlichen Essen noch viele weitere "Weißt du noch"-Geschichten zusammen.

Quelle: RP
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