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Emmerich
Eifersucht und Alkohol sollen Motiv für Mordversuch sein

Emmerich: Eifersucht und Alkohol sollen Motiv für Mordversuch sein
In diesem Haus an der Straße "Am Busch" kam es am Sonntagmittag zu dem versuchten Mord. FOTO: Markus van Offern / Rp-Archiv: g. Evers
Emmerich. Ein 38-jähriger Pole soll am Sonntag einen Landsmann (24) mit einem Messerstich in die Brust schwer verletzt haben - offenbar glaubte er, auf einen Nebenbuhler einzustechen. Laut der Ermittlungen geschah die Tat aus Eifersucht nach einem Alkohol-Exzess.  Von Markus Balser

Im Fall des versuchten Mordes, der sich am Sonntagmittag in einem Mehrfamilienhaus an der Straße "Am Busch" ereignete, hat die Staatsanwaltschaft in Kleve weitere Details bekannt gegeben. Sie geht davon aus, dass dem Tatmotiv Eifersucht zugrunde liegt.

Der 38-Jährige soll einen 24 Jahre alten Landsmann durch einen Stich in die Brust mit einem Küchenmesser schwer verletzt haben. Der Tatverdächtige konnte noch im Haus festgenommen werden, das Opfer hatte selbst die Polizei alarmiert.

Der Tat vorausgegangen war laut Polizei ein Alkohol-Gelage, das einige Bewohner des Hauses gefeiert hatten. Daran nahmen neben dem Opfer und dem Täter auch dessen Ex-Frau (29) teil. Den Ermittlungen zufolge wohnt sie mit ihrem ehemaligen Mann in der Unterkunft in Emmerich weiter zusammen. Auch der 24-Jährige lebt in der Wohnung.

Der übermäßige Alkohol-Konsum soll dann zu dem tragischen Geschehen geführt haben: In betrunkenem Zustand soll sich die 29-Jährige am Sonntag nicht in ihr eigenes, sondern in das Bett des 24-Jährigen zum Schlafen gelegt haben. Der junge Mann, der auch gezecht hatte, kam später in sein Zimmer, legte sich zu der Frau ins Bett und schlief ebenfalls ein, so die Ermittlungen der Polizei. Als das ihr Ex-Mann gegen 12 Uhr sah, war das vermutlich für den Betrunkenen der Auslöser, zu einem Küchenmesser zu greifen und auf den 24-Jährigen einzustechen.

Ein Verhältnis hatte es zwischen der Frau und dem Opfer dabei nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gar nicht gegeben. Für die Tat sei allein der übermäßige Alkohol verantwortlich gewesen. Wie viel der 38-Jährige davon im Blut hatte, stand noch nicht fest. Trotzdem muss der Mann, der am Montag in Kleve dem Haftrichter vorgeführt wurde und in Untersuchungshaft sitzt, bei einer Verurteilung mit einer längeren Haftstrafe rechnen. "Da das Opfer schlief, wird der Tat Heimtücke zugrunde gelegt. Das unterscheidet einen versuchten Totschlag von einem versuchten Mord", sagte Staatsanwalt Hendrik Timmer unserer Redaktion. Eine Gefängnisstrafe zwischen drei und 15 Jahren sei in diesem Fall möglich.

Das neunstöckige Haus, in dem sich die Tat abspielte, liegt mitten in einem ruhigen Wohngebiet am Rande des alten Kasernengeländes. In dem Haus leben unter anderem auch mehrere polnische Saisonarbeiter, so wie der Täter, seine Ex-Frau und das Opfer. Sie teilen sich mit mehreren Personen eine Wohnung als so genannte Mehrfachunterkunft. Anwohnern zufolge habe es bislang keine Auffälligkeiten mit den Saisonarbeitern gegeben.

Ein Bewohner, der namentlich nicht genannt werden wollte, berichtete jedoch, dass es im Haus seit etwa zwei Jahren immer wieder Probleme gegeben habe, seitdem sich dort immer mehr Menschen eine Wohnung teilten. Bis zu 15 Leute würden dort zusammen in einem Appartement leben, so der Nachbar.

Quelle: RP
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