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Rees
Ein Abschied, der allen schwer fällt

Rees: Ein Abschied, der allen schwer fällt
Viele nutzten gestern die Gelegenheit, sich persönlich von Pastor Szalecki zu verabschieden. FOTO: markus van offern
Rees. In Haldern und Millingen wird Pastor Marian Szalecki, der jetzt nach sechs Jahren Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit nach Leipzig zieht, vielen in guter Erinnerung bleiben. Gestern hielt er seinen letzten Gottesdienst in St. Georg. Von Julia Latzel

Ein Dach mit einer Öffnung sollte die Kirche für die Menschen sein - mit diesem Gedanken beschreibt Pastor Marian Szalecki seine Zeit in den Gemeinden St. Georg Haldern und St. Quirinus Millingen. "Die Öffnung der Kirche war mir ein besonderes Anliegen", erklärt der 66-Jährige, der sich gestern in einem feierlichen Gottesdienst in Haldern von seinen beiden Gemeinden verabschiedete. Nach sechs Jahren in Haldern und Millingen und 39 Jahren als Priester geht der gebürtige Pole in den Ruhestand. Diesen wird er in einer Probstei-Gemeinde in Leipzig verbringen.

Sein Anliegen, die Kirche und den Glauben zu leben und nicht nur als "Verschönerung des Sonntags" anzusehen, wie Szalecki sagt, hat er umgesetzt: Dank ihm ist es möglich, dass beim Haldern Pop Festival auch die Kirche für die Auftritte der Künstler geöffnet wird. Wichtig war ihm immer, dass die Kirche nicht bloß ein Gebäude ist, sondern mit Menschen und Leben gefüllt wird.

Dass der Pastor auch den Gemeindemitgliedern in guter Erinnerung bleibt, wurde in den Abschiedsreden deutlich. Dabei wurden immer wieder die vom Pastor organisierten Reisen, unter anderem nach Polen und ins Heilige Land, lobend erwähnt. Bürgermeister Christoph Gerwers sah das so: "Da wurde das Pfarrbüro kurzzeitig zum Reisebüro." Nicht nur in der Kirche, auch im öffentlichen Leben war Marian Szalecki gerne gesehen, so auch auf dem Schützenfest. Das berichtete Helmut Schaffeld, der in zweifacher Funktion eine Abschiedsrede hielt: Im Namen des Kirchenvorstands und des Schützenvereins in Haldern. Er erzählte eine Anekdote: "Wir wurden von den Jungschützen die zwei Silberrücken genannt." Auch die Gottesdienste des Pastors kamen gut an: "Seine kurzen, prägnanten und anschaulichen Predigten werden uns in guter Erinnerung bleiben. Es wurde nie langweilig", betonte Karin Beyer vom Pfarrgemeinderat in Millingen, die vor allem die harmonische Zusammenarbeit mit dem Pfarrer schätzte. Besonders bei den Kindern und Messdienern kam der Pastor gut an. Sie schätzten seine offene Art: "Er versteht es, mit den Jugendlichen zu scherzen und nimmt nicht alles so ernst", erzählt der Bürgermeister. Und ein weiterer Aspekt fiel den Gemeindemitgliedern sofort auf, als der Pastor im Juli 2010 an den Niederrhein kam. "Der Pastor ist immer schick gekleidet, das sagen vor allem die Frauen", verriet Felix Schöttler. Im Anschluss an den Gottesdienst verabschiedeten die Gemeindemitglieder sich bei einem Sektempfang noch einmal persönlich bei dem Pfarrer.

Der Abschied fiel dem Geistlichen sichtlich schwer: "Ich wusste zwar, dass der heutige Tag kommt und habe mich darauf vorbereitet, aber wenn er dann da ist, ist es trotzdem schwierig. Ich habe mich hier immer zuhause und geborgen gefühlt."

Der Abschied bedeutet für die beiden Gemeinden mehr als bloß den Wechsel des Pastors, wie auch Marian Szalecki selbst betonte: "Mit meinem Weggang wird ein neues Buch aufgeschlagen, nicht bloß ein neues Kapitel." Dass große Veränderungen anstehen, wurde auch in der Rede von Felix Schöttler vom Pfarrgemeinderat in Haldern deutlich, man habe sich daran gewöhnen müssen, dass es keinen eigenen Pfarrer mehr für Haldern gibt. Jetzt wird es die nächsten Herausforderungen geben: "Es stehen viele Änderungen an. Ich bin mir aber sicher, dass wir diese zusammen meistern. Auch wenn wir eine Großgemeinde sind, wollen wir versuchen, die Einzigartigkeit der jeweiligen Gemeinde zu bewahren", sagte Schöttler.

Nach dem Abschied des Pfarrers ist bekanntlich vorgesehen, dass die drei jetzt noch selbstständigen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet Rees noch näher zusammenrücken. In Zukunft wird es wohl eine Fusion von Haldern und Millingen sowie St. Irmgardis Rees geben.

Quelle: RP
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