| 00.00 Uhr

Emmerich
Ein Brückenschlag für die Betuwe

Emmerich: Ein Brückenschlag für die Betuwe
Sitzt, passt und hat Luft: Die erste große Baumaßnahme der Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen ist seit gestern sichtbar: An der Baumannstraße in Praest wurde ein 21 Meter langer Stahlträger eingehoben. Etliche Arbeiter beobachteten das Geschehen. FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. An der Baumannstraße in Praest wurde gestern ein 21 Meter langer Stahlträger auf die Brückenwiderlager gelegt. Von Monika Hartjes

Langsam senkt der Kran den 21 Meter langen Stahlträger auf die Brückenwiderlager. Etliche Arbeiter beobachten gespannt das Geschehen. Als die Öffnungen an den Seiten über die Gegenstücke liegen, lässt der Kranführer den Stahlträger hinunter. Passt! Am Freitag um 12.45 Uhr ist der Brückenschlag an der neuen Straßenüberführung an der Baumannstraße hergestellt.

Beobachter dieses Momentes waren auch Bürgermeister Johannes Diks, Dr. Stefan Wachs und Jochen Kemkes, Leiter des Fachbereiches 5. Das sei ein besonderes Bauwerk, weil es die einzige städtische Brücke sei, sagte Dr. Wachs. "Interessant und beeindruckend" fand Diks die Arbeiten. "Bisher sah man ja nur Pläne, jetzt kann man sehen, dass auch etwas passiert", so der Bürgermeister.

Bereits zwei Stunden vor der geplanten Zeit fand der Brückenschlag statt. "Mit den Vorbereitungen der Arbeiten haben wir eine Punktlandung hingelegt", freute sich Hans-Dieter Lukas, Teamleiter Bautechnik im Großprojekt Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen.

Bereits vor rund zwei Jahren habe man die Sperrpause für den Bahnverkehr in Emmerich geplant. "Seit heute Morgen um 4.30 Uhr sind die Oberleitungen abgeschaltet. ICE und Güterverkehr werden umgeleitet, für den Personenverkehr wurde ein Bahn-Ersatzverkehr eingerichtet", sagte Lukas. Eine Sperrpause sei immer ein großer Eingriff in den Verkehr, mit vielen Einschränkungen verbunden und deshalb nicht einfach kurzfristig verschiebbar. Deshalb sei die Zeit davor recht stressig gewesen und man habe schon unter Hochdruck arbeiten müssen, teilweise in drei Schichten und an Samstagen, weil auch schon mal Schwierigkeiten auftraten. "So machte die große Hitze Probleme bei der Betonage, die wir dann verschieben mussten."

Von Freitag bis Sonntag stehen viele Arbeiten an. Zunächst werden die vier 21 Meter langen Stahlträger mit dem Autokran auf die Brückenwiderlager gelegt. Neun weitere Stahlträger stabilisieren die Brückenbasis in Querrichtung. "So entsteht ein Gitternetz, das aussieht wie ein Schachbrett", erklärt der Teamleiter. Dieses wird anschließend mit 18 Betonfertigteilen belegt und bildet so das Traggerüst für die spätere Straße. "Das muss bis Samstagmorgen erledigt sein, denn danach sind noch zeitaufwändige Filigran- und Anschlussarbeiten und Schalungsarbeiten am Brückenwiderlager notwendig." Rund um die Uhr sind Baufirmen und Bahn am Wochenende damit beschäftigt. Am Montag um 4.30 Uhr wird dann voraussichtlich Betriebsbereitschaft gemeldet, dann darf der erste Zug wieder durchfahren.

Auf der gesamten Strecke von Oberhausen nach Emmerich werden insgesamt 55 Bahnübergänge beseitigt, zurzeit arbeitet die Bahn an fünf Maßnahmen: Neben der in Praest, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2016 fertiggestellt werden soll, auch in Voerde und Hamminkeln. Die Brücke an der Baumannstraße wird in sechs Metern Höhe über die Gleise führen und dient als Ersatz für den Bahnübergang Kerstenstraße. Ist die Brücke fertig, lässt die Bahn noch 500 Meter Straße bauen. Insgesamt rund 5,5 Millionen Euro kostet diese erste Betuwe-Baumaßnahme auf Emmericher Gebiet.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: Ein Brückenschlag für die Betuwe


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.