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Emmerich
Ein Frühstück für Hanns Dieter Hüsch

Emmerich: Ein Frühstück für Hanns Dieter Hüsch
Das schöne Frühlingswetter lockte gestern viele Besucher an die Rheinpromenade. Hier soll es am 10. Mai eine besondere Frühstückstafel geben. FOTO: Dirk Schuster
Emmerich. Künstler Hein Driessen organisiert mit Michael Rozendaal und Bürgermeister Johannes Diks eine Promenadentafel.

Zum Promenadenfrühstück am 5. Juni 1983 - anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums - hatte Hein Driessen einen sechs Meter hohen und 3,50 Meter im Durchmesser breiten Super-Eimer gebastelt. Damals einer der größten seiner Art. Inklusive Wappen der Ortsteile.

"Von Dornick aus wurde der Eimer über den Rhein transportiert. Das war ein tolles Ding. Und eine große Werbung für die Stadt", erinnert sich der Kunstmaler. Dass sein Holzwerk, an der alten Hafen-Mole gut sichtbar für alle vorbeifahrenden Schiffe platziert, von Jugendlichen angezündet und vernichtet wurde, erfüllt Driessen heute noch mit Schmerz.

32 Jahre später gibt's wieder ein Promenadenfrühstück. Genauer: am Sonntag, 10. Mai, ab 11 Uhr. Das organisiert Hein Driessen mit Kulturchef Michael Rozendaal und Bürgermeister Johannes Diks. Für ein halbes Jahrhundert Rheinbrücke kommt der Tisch mit dem "Supermarkt für Gaumenfreuden" zu früh. Da wird erst im September gefeiert. Und ein neuer Emmericher Eimer dürfte für den 82-jährigen Driessen, immer noch emsig zeichnend und planend, etwas zu mächtig sein.

Hanns Dieter Hüsch - ein Porträt von Hein Driessen. FOTO: Dirk Schuster

Doch Driessen wäre kein echter Künstler, würde er sich aus Anlass des 90. Geburtstags seines Freundes, Kabarettist Hanns Dieter Hüsch, nicht etwas einfallen lassen. 20 signierte Karikaturen seiner Hüsch-Zeichnung aus dem Jahr 1988 sind für überschaubares Geld am Atelier zu haben.

Der Druck zeigt den am 6. Mai 1925 gebürtigen Moerser, der in seinen 80 (Schaffens-)Jahren auch Schriftsteller, Synchronsprecher, Schauspieler, Liedermacher und Kinderbuchautor gewesen war und stramme 70 Programme auf die Bühne gebracht hatte. Dies in typischer Haltung: mit einem listig-fragenden, ja, leicht staunenden Blick durch Nickelbrille und Rauschebart. Die ruhige grüne Weidelandschaft des Niederrheins nicht nur im Kopf. Sondern auch obendrauf.

"Hanns Dieter", hebt Hein Driessen hervor, "liebte unser Stadttheater. Nicht nur wegen der guten Akustik. Sondern auch, weil er in Emmerich gern seine Einfälle getestet hat." Wie auch der niederländische Kabarettist und Alleskönner Hermann van Veen. Am 10. Mai jedenfalls, also vier Tage nach Hüschs Jubiläumsgeburtstag, soll seine Orgel noch einmal einen klangvollen Einsatz bekommen. Witwe Christiane Rasche-Hüsch bringt das Stück der niederländischen Philips-Marke Philicorda mit nach Emmerich. Dazu sind Prominente eingeladen. Vorwiegend aus dem künstlerischen Fach. Wie der Aachener Wendelin Haverkamp, ein enger Freund des "schwarzen Schafs vom Niederrhein", das sich eher als literarischer oder philosophischer Kabarettist verstand. Nicht unbedingt als jener, der sich ständig an den tagesaktuellen politischen Themen abarbeiten mochte. Welche seiner Mitstreiter tatsächlich vor Ort sein werden, wird noch nicht verraten. In Planung ist eine Bühne nahe "Onder de Poort". Mit Big Band und Anekdoten-Vorträgen von Wegbegleitern des deutschlandweit prominentesten Niederrhein-Vertreters.1983 kamen mehrere tausend Frühstücksgänger zum knapp einen Kilometer langen Tisch direkt am Rhein. "Alle sind eingeladen. Hanns Dieter hat noch unglaublich viele Fans. Es wird ein Sonntagsfrühstück gegen das Vergessen", betont Hein Driessen. Der muss jetzt nur noch den wichtigsten Draht legen. Jenen nach ganz oben. Wie vor 32 Jahren soll die Sonne über Emmerich wärmend erstrahlen.

Übrigens: Eine schmerzliche Absage gibt es. Der ehemalige Mediziner und bekannte TV-Kabarettist Dr. Ludger Stratmann muss Anfang Mai passen.

(ryb)
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