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Rees
Ein Marathon-Mann als Botschafter für Rees

Rees. Vor neun Jahren hat Volker Naves das Laufen für sich entdeckt. Mittlerweile meistert er auch Strecken, die länger als die klassische Marathon-Distanz sind. Unterwegs ist er stets mit einem Rees-Trikot. Von Michael Scholten

Ob "Rees am Niederrhein" die Leistung fördert, ist sportwissenschaftlich nicht erwiesen. Doch wenn Volker Naves einen Marathon läuft, trägt er das Logo der Rheinstadt auf der Brust. "Volker gehört keinem Verein an, weshalb in seinem Meldebogen immer eine Lücke blieb", erklärt Birgit Naves. Also schenkte sie ihrem Mann zum Hochzeitstag ein Trikot mit Rees-Logo, damit er als inoffizieller Botschafter der Stadt laufen kann. "Ich habe das im Vorfeld mit der Stadt abgeklärt, weil so ein Logo ja urheberrechtlich geschützt ist", betont Birgit Naves. Beim Wien-Marathon im Frühjahr 2016 feierte das grüne Trikot seine Premiere.

Volker Naves, Jahrgang 1970, spielte früher Fußball und entdeckte dann im Jahr 2008 das Laufen für sich. "Ich wollte einmal einen Marathon schaffen", sagt er. "Danach sollten es drei sein, inzwischen sind es zehn."

Dabei beschränkt er sich schon lange nicht mehr auf die klassischen Marathon-Strecken von 42,195 Kilometern Länge, die er inzwischen in drei Stunden und 23 Minuten meistert. Gerade lief er in Monschau einen Ultramarathon von 56 Kilometern, am 29. Oktober wird er beim Röntgen-Ultramarathon im Bergischen Land die 63 Kilometer angehen. Ende 2018 will er dann einen "Hunderter" schaffen.

Fast an jedem Abend läuft Volker Naves seine Trainigsstrecke, die von der Queckvoor zum Reeser Meer und wieder zurück führt. Zuweilen läuft er auch von der Arbeit in Wesel, auf dem Radweg entlang der L 7, nach Rees. "Einmal kam mir der Bürgermeister auf dem Fahrrad entgegen, aber da hatte ich leider nicht mein Rees-Trikot an", lacht Volker Naves. Andere Marathon-Läufer schauen meist auf die Rückseite des Trikots. Dort sind die deutschen und internationalen Strecken aufgelistet, die der Reeser schon gelaufen ist. "Die Läufer interessiert weniger, woher ich komme, als die Städte, in denen sie vielleicht auch schon gelaufen sind."

Wenn ein Ultramarathon in hügeligem Gelände ansteht, nutzt Volker Naves den Eltenberg als Trainingsstrecke. Künftig will er verstärkt ins Ausland fahren, um dort an Ultramarathonläufen teilzunehmen und die Rückseite seines Trikots mit vielen bunten Fahnen zu bedrucken.

Weil dort der Platz knapp wird, plant Volker Naves ein neues Trikot. Das soll dann vielleicht hellblau sein, auch wenn Birgit Naves das giftgrüne Leibchen vermissen wird: "Darin kann ich Volker in der Masse der Läufer leichter erkennen", sagt Birgit Naves, die ihren Mann bei fast allen Laufveranstaltungen begleitet. "Ich motiviere Volker, indem ich ihm vom Straßenrand aus zujubele. Dabei lege ich dann selbst zehn bis zwölf Kilometer am Tag zurück."

Quelle: RP
 
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