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Rees
Ein Solo für Krimiautor Hesse in Rees

Rees. Draußen tobten Sturm und Starkregen, drinnen versetzte der Mord an einem 14-jährigen Mädchen den Niederrhein in Aufruhr. In der Stadtbücherei Rees stellte Thomas Hesse seinen Krimi "Blutsgeschwister" vor. Es ist der zwölfte Roman des ehemaligen Redaktionsleiters der Rheinischen Post in Wesel, allerdings schrieb er erstmals ohne seine Co-Autoren Thomas Niermann oder Renate Wirth. Von Michael Scholten

Die Handlung des ersten Soloprojektes führt vom Fundort der Mädchenleiche an der Weseler Lippe-Brücke schnell in höhere Wirtschaftskreise in Krefeld und Wuppertal sowie in den Landtag nach Düsseldorf.

"Ich will den Niederrhein nicht verleugnen, aber die großen Städte gaben mir die Möglichkeit, den Handlungsrahmen zu erweitern", erklärte Thomas Hesse. Die Auflösung des Falles führt dann wieder zurück an den Niederrhein: "Nach Hamminkeln, mit Sichtweite auf Haldern", verriet der Autor, ohne den wahren Täter und sein Motiv preiszugeben.

Was die Polizei zunächst für eine schlichte Beziehungstat hält, erweist sich als kniffliger Fall für die Weseler Kanzlei Mehr & Weniger. Der Erbenermittler Rainer Mehr und der klein karierte Kommissar Michael Weniger setzen dabei auf recht unkonventionelle Recherchemethoden ihrer Sekretärin Barbara Opdenhövel und eines selbstverliebten Lokaljournalisten: Ferdi Fleischmann, der schon in Thomas Hesses Romandebüt "Der Esel" (1997) auftauchte und nun in "Blutsgeschwister" zu neuer Höchstform aufläuft.

Ein Massengentest in Wesel, bei dem 4500 Männer in der Niederrheinhalle untersucht werden, soll den Mörder der jungen Lucia, die eine Schwäche für ältere und mächtige Herren hatte, überführen. Tatsächlich gibt es einen DNA-Treffer - aber bereits auf Seite 110 des Romans. "Als Autor wäre ich schön blöd, die Geschichte hier enden zu lassen", sagte Thomas Hesse. Und so beginnt in diesem Moment ein zweiter Kriminalfall, zu dem sich der Autor von einer wahren Geschichte aus Italien hat inspirieren lassen.

Vier Monate lang hat Thomas Hesse an "Blutsgeschwister" geschrieben. Einerseits habe er dabei den Austausch und die Auseinandersetzung mit einem Co-Autor vermisst, andererseits habe er es genossen, all seine Ideen endlich mal kompromisslos ausformulieren zu können.

Die nächste Zusammenarbeit mit Renate Wirth ist aber schon so gut wie abgeschlossen. Im November erscheint ihr gemeinsamer Krimi "Das schwarze Schaf". Bereits der Titel ist ein deutliches Indiz dafür, dass es sich um einen waschechten Niederrhein-Krimi handelt.

Quelle: RP
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