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Emmerich
Ein zauberhafter Sohn der Stadt

Emmerich. Der gebürtige Emmericher Charlie Martin ist Zauberkünstler. Er lebt in Düsseldorf, ist aber viel unterwegs. Von Monika Hartjes

Söhne unserer Stadt wie Eduard Künneke, Gottfried Wolters oder Nico Hülkenberg sind den meisten Emmerichern bekannt. Dass dazu auch ein Zauberkünstler zählt, das wissen nur wenige. Charlie Martin wurde am 22. Juli 1972 in Emmerich geboren.

Sein Vater war Berufssoldat, verrichtete seinen Dienst in der Moritz-von-Nassau-Kaserne, und so hatte es die Familie in die Rheinstadt verschlagen. "Ich weiß noch, dass wir in der Leipziger Straße wohnten und ich einen Kindergarten in der Nähe besuchte", erzählt der 44-jährige Martin, der heute in Düsseldorf lebt, aber meistens unterwegs ist. "Wir hatten einen Balkon, von dort aus blickten wir auf Kleingärten", erinnert er sich.

Ansonsten weiß er nicht mehr allzu viel über seine Zeit in Emmerich. Der Vater machte eine Umschulung zum Justizvollzugsbeamten und die Familie zog nach Düsseldorf. Das war kurz nach seiner Kindergartenzeit. Irgendwann sah er dann dort auf der Straße einen Straßenmusiker. Der sammelte Geld in einem Hut. "Da war so viel Geld drin, dass ich sofort dachte, das willst du auch machen", erzählt Martin.

Er lernte deshalb, Gitarre zu spielen - so mit elf, zwölf Jahren. Dann setzte er sich an den Straßenrand und bekam Münzen für sein Vorspiel. Es sei am Anfang wohl eher "Schmerzensgeld" für schlechte Musik gewesen, was die Leute in den Hut warfen. "Aber wenn du dann nach einer Stunde zehn Mark hattest, fühltest du dich als König", erinnert er sich.

Auf einem Festival traf er dann einen Zauberer. "Ich bearbeitete ihn so lange, bis ich sein 'Zauberlehrling' wurde und er mir einige Tricks verriet." Ab sofort verdiente er sich dann sein Taschengeld mit kleinen Zaubereien statt mit Gitarrenmusik.

Dann kamen die Anfragen für kleinere Zaubershows zu Geburtstagen, Jubiläen oder für Veranstaltungen im Kleingartenverein. 1992 belegte er als 19-Jähriger und damit jüngster Teilnehmer der Fernsehsendung "Showmaster" den dritten Platz. Neben seinem Job als Ausbilder für den Rettungsdienst wuchs die Zahl der Zauber-Veranstaltungen stetig an. Mittlerweile trat er auf Hochzeiten und Firmenjubiläen auf. "Bis ich erkannte, dass beides zusammen einfach zu viel war", erzählt Charlie Martin, der sich vor sieben Jahren als Zauberkünstler selbstständig machte.

1998 gewann Charlie Martin im Rahmen einer Nachwuchsshow den Publikumspreis im "Schmidt Theater" in Hamburg und den ersten Preis bei einer Veranstaltung im Phantasialand. Seit 1999 ist er "Hauszauberer" des Apollo Varietés in Düsseldorf. Er ist auch im Imagefilm der Stadt Düsseldorf zu sehen. Im Jahr 2010 trat er mit seinem ersten Soloprogramm "Zaubertainment" auf, zwei Jahre später folgte die abendfüllende Show "All that Variety", in der er mit Komikern, Artisten und Chansonniers zusammenarbeitete.

Martin hatte Engagements im "Witzigmann Palazzo" in München, Frankfurt und Köln und im Culture Club der Jazz-Schmiede in Düsseldorf. "Bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Circus Roncalli-Varietés in Düsseldorf vor rund zehn Jahren wurde ich dort Moderator und Conférencier", erzählt der gebürtige Emmericher.

Für Auftritte, nicht nur als Zauberkünstler, sondern auch als Entertainer und Conférencier, so etwa im Friedrichsbau Variéte Stuttgart, Pegasus Variéte Bensheim, Starklub Variéte Kassel oder im Krystallpalast Leipzig wurde er gebucht. In den letzten Wochen war er auf einem Kreuzfahrtschiff beschäftigt. "Ich moderierte die Welcomeshow, das Variéteprogramm und das Soloprogramm", sagt Charlie Martin.

Oft kommt er nicht mehr in seine Heimatstadt. Als Jugendlicher besuchte er regelmäßig die Rheinstadt gemeinsam mit seiner Mutter, weil dort einige Freundinnen von ihr wohnten. Wenn ihn seine Arrangements an den Niederrhein führen, dann fährt er auch mal durch Emmerich. "Und ich erkenne die eine oder andere Ecke wieder", sagt er.

Quelle: RP
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