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Emmerich
Einblicke ins Glockenspiel

Emmerich: Einblicke ins Glockenspiel
So sieht es im Turm der Aldegundiskirche aus. Glockenspielerin Kasia Takao sitzt in der Kabine. Unten schlagen die Glocken. FOTO: RP-Fotos (2). markus van Offern
Emmerich. Viele Emmericher wissen nicht, dass der Glockenturm der St. Aldegundiskirche etwas ganz Besonderes beherbergt, nämlich eines der größten Glockenspiele in Deutschland. "Es hat 43 Glocken. In der Größenordnung gibt es in unserem Land nur fünf bis sechs andere", erzählte Kulturchef Michael Rozendaal. Von Monika Hartjes

Am Samstag konnten die Markt- und Stadtbesucher und die Besucher der Kirche ein ganz besonderes Vorspiel hören: das Abschlusskonzert des "Emmericher Glockenspielsommers", in dessen Rahmen der Emmericher Glockenspielverein vier Carillonkonzerte veranstaltete.

Wegen seiner Größe ist das Glockenspiel der Rheinstadt beliebt bei professionellen Carillonspielern. Und auch das Ehepaar Kasia und Toru Takao - die beiden Interpreten dieses Abschlusskonzertes - kommen regelmäßig aus ihrem Wohnort Wuppertal nach Emmerich, um das Instrument zu nutzen.

Die Besucher konnten in der Aldegundiskirche per Videoübertragung die Glockenspieler im Turm sehen. FOTO: van Offern, Markus (mvo)

1995 wurden die ersten 18 Klangkörper installiert, die von einem Computer bedient werden, wenn kein Musiker an dem Instrument spielt. Im Jahr 2000 verwirklichte der Glockenspielverein unter Federführung von Jürgen Fricke die zweite Baustufe. Es kamen weitere 25 Glocken und der Spieltisch hinzu. Hergestellt wurden die Glocken in der niederländischen Gießerei "Petit + Fritsen" aus Aarle-Rixtel in der Provinz Nordbrabant.

"Damit der Klang optimal ist, brauchen wir noch vier weitere Glocken", sagte Michael Rozendaal. Er hofft, das gemeinsam mit dem Glockenspielverein realisieren zu können.

187 Stufen müssen die Glockenspieler erklimmen, um das Instrument im Turm zu erreichen. Da es dort oben für die rund 40 Zuhörer zu eng und zu gefährlich wäre, konnten sie in der Aldegundiskirche auf einer Videowand miterleben, wie das Carillon gespielt wird. Die Tasten des Instrumentes werden mit den Fäusten bedient. Neben kirchlichen Liedern können auch Volkslieder, Schlager und moderne Popsongs gespielt werden.

Kasia Takao, die unter anderem die Glockenspielschulen im niederländischen Amersfoort und in Middelburg besucht hat, legte ihr Glockenspiel-Diplom im belgischen Mechelen ab.

Toru Takao studierte in der Glockenspielschule Amersfoort, die mit der Hochschule Utrecht verbunden ist, und machte seinen Master.

Das Ehepaar brachte seinen einjährigen Sohn Leon zum Konzert mit. Unter anderem spielten sie Werke von Sebastian Bach und Robert Schumann und für Liemers Niederrhein - der Verein feiert in diesem Jahr seinen 50. Jahrestag - gab es mit "Happy Birthday" von Stevie Wonder ein Geburtstagsständchen.

Als Gruß an die niederländischen Freunde wurde bei diesem Konzert "Aan de Amsterdamse Grachten" dargeboten.

Quelle: RP
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