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Emmerich
Eine Zeitreise zu Turner und Koekkoek

Emmerich. Das Klever B. C. Koekkoek-Haus schließt bis zum 3. Juli. Die mit 3500 Besuchern erfolgreiche Lieste-Ausstellung wird abgebaut und die Ausstellung mit Werken den Japaners Hiroyuki Masuyama vorbereitet. Von Matthias Grass

Ursula Geisselbrecht-Capecki hat als künstlerische Leiterin des B.C.Koekkoek-Hauses das als Stiftung geführte romantische Spezialmuseum in Kleve auf Erfolgsspur gesetzt. Allein zur großen Lieste-Ausstellung kamen 3500 Besucher. Die künstlerische Leiterin rechnet mit rund 10.000 Besuchern, die das Haus in der City insgesamt pro Jahr erreichen würde. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für ein kleines Museum, das vor allem vom ehrenamtlichen Engagement seiner Freunde lebt, das vor allem mit seiner reichen ständigen Sammlung niederländischer Romantik wirbt und trotzdem noch spannende Wechselausstellungen auf die Beine stellen kann. So, wie eben die jetzt ausgelaufene Lieste-Ausstellung, die die ständige Sammlung prächtig ergänzte.

Die Lieste-Ausstellung verschob ein bisschen die Verteilung der Besucher: "Wir haben sonst etwas mehr Besucher aus den Niederlanden, als aus Deutschland", beschreibt Geisselbrecht-Capecki die Wirkung des Museums mit den Bildern des niederländischen Malerfürsten auf die Menschen im Nachbarland. Es scheint, dass sie gerne mit dem Besuch im Museum einen Ausflug oder Einkaufsbummel in die Stadt unmittelbar hinter der Grenze verbinden - oder umgekehrt. Gerade deshalb müsse man aber weiter in den Niederlanden werben, um diese Zahlen aufrecht erhalten zu können. Durch die bundesweite Berichterstattung über die romantischen Bilder des Koekkoek-Zeitgenossen Lieste gelang es aber auch, zusätzliche Gäste aus Deutschland an den Niederrhein zu locken. "Das freut uns", sagt die künstlerische Leiterin des B.C Koekkoek-Hauses.

Als Nächstes steht mit dem Japaner Hiroyuki Masuyama ein Gegenwartskünstler auf dem Programm, der zu einer Zeit-Reise einlädt. Es wird eine wundersame Reise von der Romantik zur Moderne und wieder zurück. Eine Reise, die sich mit dem Farbenrausch Turners ebenso auseinandersetzt, wie mit den Bildern Barend Cornelis Koekkoeks. Der in Düsseldorf lebende Japaner Masuyama verbinde Vergangenheit und Gegenwart durch die Verschmelzung von historischen und zeitgenössischen Bildern. "Er wird das B.C. Koekkoek-Haus in eine Zeit-Reise mit dem berühmten englischen Maler J.M.W. Turner, London 1775-1851, B.C. Koekkoek, Middelburg 1803-1862, Kleve und seiner Schule verwandeln", sagt die künstlerische Leiterin. Masuyama reagiert mit seinen Bildern und Objektkästen auch auf die Kunst der Romantik im Museum.

"Wir haben einen Katalog in Planung, der aber erst nach Eröffnung der Ausstellung erscheinen wird - weil wir ja die ganz auf unsere Sammlung, auf die Räume abgestimmte Einrichtung zeigen wollen", sagt Geisselbrecht-Capecki.

Auch wenn Masuyama seine Werke über alle drei Etagen des Museums zeigen wird, werden Anhänger der Landschaftsmalerei weiter auf ihre Kosten kommen. "Wir zeigen natürlich die Bilder von Koekkoek und seinen Schülern. Auch die Neuerwerbungen, die wir mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Ernst-von-Siemens-Stiftung für unser Haus mit der tatkräftigen Hilfe des Freundeskreises aus der Sammlung Rademakers erwerben konnten, werden zu sehen sein", verspricht Geisselbrecht. "Wir wollen einen lebendigen Dialog zwischen den Bildern der Dauerausstellung und denen von Hiroyuko Masuyama erreichen", erklärt sie.

Um den Umbau stemmen zu können, bleibt das B.C Koekkoek-Haus jetzt bis zum Sonntag, 3. Juli, geschlossen, wenn dann um 11.30 Uhr die neue Ausstellung eröffnet. Muss das kleine Team des Hauses doch wieder ganz viele Bilder umhängen und zusammen mit dem japanischen Künstler dessen Ausstellung wieder neu einrichten. Gleichzeitig wird zur Ausstellung im Tichelpark-Cinema der Spielfilm "Mr. Turner - Meister des Lichts" am 28. August, 11.30 Uhr, zu sehen sein.

Quelle: RP
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