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Rees
Eintauchen in die Geschichte der Kirmes

Rees: Eintauchen in die Geschichte der Kirmes
Stadtarchivarin Tina Oostendorp hat die Kirmesausstellung im VHS-Trakt des Bürgerhauses mit Eila Braam zusammengestellt. FOTO: Scholten
Rees. Anlässlich des 775-jährigen Bestehens der Reeser Kirmes eröffnet heute eine Ausstellung im VHS-Trakt des Rathauses. Von Michael Scholten

Erzbischof Conrad von Hochstaden meinte es gut mit den Reesern: Im Jahre 1241 unterschrieb er eine Urkunde, die den Bürgern der Rheinstadt gleich drei Freimärkte pro Jahr erlaubte. Eine Kirmes im Mai, eine weitere Anfang September und eine dritte Ende September. Aber das war den Reesern dann doch zu viel. Die mittlere Kirmes wurde schon nach wenigen Jahren gestrichen, 1889 gab die Stadt auch den Mai-Termin auf. Bis heute blieb die Kirmes am letzten September-Wochenende.

Stadtarchivarin Tina Oostendorp hat das 775-jährige Bestehen der Reeser Kirmes zum Anlass genommen, gemeinsam mit Eila Braam eine Ausstellung im Volkshochschul-Trakt des Rathauses (Markt 1) zu organisieren. Sie wird am heutigen Mittwoch um 17 Uhr von Bürgermeister Christoph Gerwers eröffnet. Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, spricht einleitende Worte, die Reeser Drehorgelspielerin Ute Schwabe sorgt für die Begleitmusik. Zur Feier des Tages hat der Schausteller-Verein Kleve-Geldern seine edle Standarte mit Goldrand zur Verfügung gestellt.

Die Ausstellung "Damals... 775 Jahre Kirmes in Rees" zeigt neben historischen Bildern und originellen Zeitungsausschnitten auch bewegliche Modelle und buntes Blechspielzeug. Anzeigen aus dem "Niederrheinischen Volksboten" und "Generalanzeiger" werben für das "Wieder Riesenrad", die "Großglocknerbahn" und andere Attraktionen aus dem späten 19. Jahrhundert. Eine Zeitungsmeldung von 1892 verkündet, dass die Kirmes wegen Cholera-Gefahr auf einen einzigen Sonntag verkürzt wird. Und RP-Redakteur Carlheinz Tüllmann wusste 1971 zu berichten, dass zahlreiche Strafmandate für Parksünder den Spaß an der Kirmes trübten.

Eine Zeittafel am Anfang der Ausstellung verrät wissenswerte Details. Zum Beispiel erfährt man hier, dass die erste Nachkriegskirmes im Jahr 1948 stattfand. Oder man lernt, dass das beliebte Feuerwerk seit 1971 die Kirmes abschließt.

Die Vitrinen und Schaukästen leben von Leihgaben wie Reiner Arntsens detailgetreuem Nachbau einer Raupe aus dem Jahr 1936 oder dem Blechspielzeug, das Georg Kersten aus der Sammlung seiner Mutter beigetragen hat. Waffelbäckerin Hedi Hämmers, die bis zum Jahr 2012 auch auf der Reeser Kirmes den Süßwarenwagen ihres Vaters Emil und Großvaters Johann Hemmers betrieb, stellte historische Fotos aus dem Familienbesitz zur Verfügung.

Außerdem laden alte "Rinkieker"-Ausgaben zum Blättern und Wiedersehen mit Gastwirt Auwi Dresen oder früheren Bürgermeistern beim Bierfassanstich ein.

Quelle: RP
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