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Emmerich
Eltenberg: Bald Blick frei ins Rheintal

Emmerich: Eltenberg: Bald Blick frei ins Rheintal
Die Grafik zeigt, welche Bäume in welcher Höhe künftig am Berghang wachsen sollen.
Emmerich. Stadtverwaltung kündigt umfangreiche Waldarbeiten in Hochelten an. Drei historische Sichtachsen, die zugewachsen sind, sollen freigeschnitten werden. Der Blick ins Rheintal, nach Kleve und Emmerich soll wieder möglich sein. Von Christian Hagemann

Für Ausflügler ist eine Tour nach Hochelten an einem Wochenend-Nachmittag immer lohnenswert. Und nicht nur viele niederländische Gäste sind interessiert daran, einen weitreichenden Blick vom Berg aus zu tun. Doch schon lange ist dieser Blick verstellt. Die Bäume sind schlichtweg gewachsen. Umso besser, dass die Stadtverwaltung Emmerich gestern mitteilte, dass sich in der Sache etwas tut.

"In Kürze beginnen auf dem Eltenberg umfangreiche Waldarbeiten zur Wiederherstellung von historischen Sichtachsen. Nach Abschluss der Arbeiten wird sich Besuchern ein weiter Blick in Richtung Emmerich und Kleve eröffnen", heißt es in einem Schreiben aus dem Rathaus. Diese Maßnahmen seien das Kernstück im "Masterplan Hoch-Elten", der zum Ziel hat, die höchste Erhebung im Emmericher Stadtgebiet touristisch weiter aufzuwerten.

Insgesamt sind die Sichtachsen aus historischen Quellen vom Eltenberg aus in Richtung Emmerich und Kleve nachgewiesen. Sie stammen aus den Zeiten, als die St.-Vitus-Kirche mit anderen Gebäuden auf dem Berg eine große Anlage bildete. Die einzige heute noch weitestgehend erlebbare Achse bildet die Verlängerung der Blickbeziehung vom Stuhl der Fürstäbtissinnen durch das Steinerne Tor bis auf den Sternberg in Kleve (Skulpturenachse). Drei weitere historische Achsen sind momentan zugewachsen und werden im Zuge der Waldarbeiten wieder freigestellt. So wird eine Achse den Blick in das Rheintal und den Papenberg in Kleve eröffnen. Weiter östlich wird es an der Spitze der Mauer, die die Kirche umgibt, eine Sichtachse nach Emmerich geben. Auch der Hang an der Terrasse des Waldhotels wird freigestellt, um hier einen Blick in die Rheinebene herzustellen.

Geplant wurde das Projekt durch einen Klever Landschaftsarchitekten, der die Umsetzung auch begleitet. Konkret werden die Bäume gefällt, die aufgrund ihrer Höhe den Blick entlang der etwa 20 Meter breiten Sichtachsen verstellen. Niedrig wachsende Bäume und Sträucher, die nicht im Blickfeld stehen, bleiben erhalten und werden zusätzlich in ihrem Wachstum gefördert. Diese Maßnahmen werden in den kommenden Jahren wiederholt, bis im Bereich der Sichtachsen nur noch Bäume und Sträucher wachsen, die nicht die Sicht versperren. "Dies ist in der Waldbewirtschaftung eine gängige Praxis. Somit ist sichergestellt, dass der Wald am Berghang weiterhin bestehen bleibt", schreibt die Verwaltung.

Die Arbeiten werden durch einen Ökologen begleitet, der die Bäume bereits untersucht hat. Tiere sind durch die Baumfällungen nicht betroffen. Das Herstellen der Sichtachsen ist Teil eines grenzüberschreitenden Interreg-Projektes, mit dem die Stadt Emmerich und die Gemeente Montferland das Gebiet zwischen Eltenberg und Bergherbos touristisch besser erschließen will. Dazu zählt unter anderem auch der Aussichtsturm, der in der vergangenen Woche bei Stokkum eröffnet worden ist.

Quelle: RP
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