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Emmerich
Eltener Initiative: Variante funktioniert

Emmerich. "Rettet den Eltenberg": Sohni Wernicke und seine Mitstreiter stellen ihr Gutachten vor. Von Monika Hartjes

Er freut sich sehr, meinte Hans-Jörgen Wernicke, als er gestern im Europasaal das von der Bürgerinitiative (BI) "Rettet den Eltenberg" in Auftrag gegebene Gutachten der Presse vorstellte. "Es zeigt, dass unsere Gleisbettvariante in allen Bereichen die bessere Lösung darstellt."

Diplom-Ingenieur Walther Hensel vom Büro "Hensel Infrastruktur" aus Düsseldorf, das das Gutachten erstellt hat, erklärte die einzelnen Punkte im Vergleich. Zunächst wurde geklärt, dass der Alternativentwurf der BI unter Berücksichtigung der gültigen DB-Richtlinien machbar ist. Dies ermöglichte einen Variantenvergleich nach technisch- und umweltfachlichen sowie finanziellen Kriterien. Ein Punkt sei, dass die Bahn das Planfeststellungsverfahren losgelöst von der Umverlegung der B 8 ausgerichtet habe, so Hensel. "Es gibt aber die Vorgabe, dass verschiedene zusammenhängende Prozesse auch gemeinsam abgearbeitet werden müssen."

Auch den vertraglich zwischen NRW, dem Bahnbetreiber und dem VRR vereinbarten Haltepunkt in Elten habe die Bahn planerisch nicht beachtet. Das alles sei in der Gleisbettvariante aber mit drin.

Johannes ten Brink erklärte Vorteile der BI-Planung: Durch eine Unterführung am vorgesehenen Haltepunkt lässt sich ohne Umwege die Dorfmitte erreichen, man brauche kaum Privatgrundstücke für die Gleisbettvariante, die Sportplätze bleiben und es besteht sogar die Möglichkeit einer Ortsumfahrung.

Hensel kritisierte das Smeets-Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte, weil die Kostenermittlung nicht nachvollziehbar sei. Er rechnete DB- und Gleisbettvariante gegeneinander auf und kam zu dem Ergebnis, dass der BI-Entwurf ohne Haltepunkt und Ortsumgehung sogar um rund eine Millionen Euro günstiger sei: Bahn 129 Millionen, BI-Entwurf 128 Millionen, als Gesamtpaket 133 Millionen. Zudem bedeute diese Variante noch einen höheren Verkehrswert, weil alle Bürger davon profitieren, dass alle Straßen angebunden bleiben und keine Lkw durch die Ortsmitte fahren müssen.

Auch die umweltfachliche Bewertung im Smeets-Gutachten sei nicht seriös, so Hensel. "Die Bahn erfüllt mit ihrem Entwurf artenschutzrechtliche Verbotstatbestände, hier weist der Plan grundsätzliche und schwerwiegende Mängel auf. "Die Smeets-Gutachter bewerteten nach Erfahrungswerten", so Wernicke. "Hensel und sein Team waren mehrmals vor Ort."

Das Gutachten wurde jetzt der Verwaltung vorgestellt. Das erste Planfeststellungsverfahren sei zwar schon gelaufen, aber hier warte man auf den Erörterungstermin. "Auch in der Offenlage von Straßen NRW für die B 8 bringen wir unser Gutachten ein", sagte Wernicke.

Er habe bereits mit Bundesministerin Barbara Hendricks gesprochen und diese mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. "Die versprachen, ein gemeinsames Gespräch zwischen Bahn, Straßen NRW und Vertreter der BI in Düsseldorf zu moderieren, so Wernicke.

Quelle: RP
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