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26-Jährige in Emmerich erstochen
32-Jähriger will Stimmen gehört haben

26-Jährige bei Familiendrama in Emmerich getötet
26-Jährige bei Familiendrama in Emmerich getötet FOTO: Guido Schulmann
Emmerich. Nachdem am Mittwoch in Emmerich eine 26-jährige Frau erstochen und eine 45-jährige Frau schwer verletzt worden ist, hat die Polizei am Donnnerstagmorgen den 32-jährigen Nachbarn der beiden Frauen festgenommen. Von Sabine Kricke und Markus Balser

In der Nähe eines Campingplatzes in Elten wurde der 32-jährige Nachbar des Opfers gegen 8.20 Uhr widerstandslos festgenommen. Laut Polizei hat der Tatverdächtige ausgesagt, er habe "Stimmen gehört", die ihm "befohlen haben, die Frau zu töten". 

Die Polizei war am Mittwoch wegen lautstarker Streitigkeiten von einer Nachbarin zu dem Haus an der Nierenberger Straße gerufen worden. Vor Ort trafen die Beamten auf eine 26-jährige durch Stichverletzungen schwerverletzte Frau und ihre 45-jährige Mutter, die ebenfalls schwerverletzt war. Die junge Frau starb noch vor Ort. 

Der 32-jährige Nachbar stand laut Aussagen der Polizei in einem eher freundschaftlichen Verhältnis zu der Familie des Opfers. Der sechsfache Familienvater ist laut Aussage seiner Frau am Mittwochmorgen über den Balkon der Wohnung des Opfers eingedrungen um die 26-jährige Frau zu töten. Er hatte die Balkontüre eingeschlagen. Im Wohnzimmer stieß er dann auf ihre 45-jährige Mutter und schlug mit einer Vodka-Flasche auf diese ein. In der Küche der Wohnung fand er ein Messer und stach damit im Schlafzimmer auf die 26-jährige Frau ein. Sie verstarb an den schweren Verletzungen im Gesicht-, Hals- und Oberkörperbereich. Ihre zwei Kinder waren während der Tat anwesend. Das Messer wurde in einer Blutlache in der Wohnung gefunden. 

Auf seiner Flucht stach er auf die bereits verletzte 45-Jährige ein. Die Frau liegt in einer Fachklinik aktuell noch im Koma, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr. 

Nach dieser Tat suchte der 32-jährige Arbeitslose einen weiteren Bekannten auf. Stimmen hätten ihm gesagt, auch diese Person zu töten. In der Wohnung des 23-jährigen ehemaligen Arbeitskollegen des Täters in der Mühlheimerstraße schlug der 32-Jährige mit einem Bierkrug auf den schlafenden jungen Mann ein. Erst auf dessen Hinterkopf und folgend in sein Gesicht. Dieser verlor dabei mehrere Zähne, konnte sich aber wehren. Er schlug noch auf den Fernseher des 23-Jährigen ein und setzte dann seine Flucht fort.

Um 08:20 Uhr wurde der Tatverdächtige jedoch nach dem Hinweis einer Anwohnerin auf der B8 festgenommen. Nach eigenen Angaben hatte er die Nacht im Freien verbracht. In seiner Vernehmung durch Beamte der Mordkommission räumt er die Taten ein. Innere Stimmen sollen ihm befohlen haben, die Frauen zu töten. Ärztliche Feststellungen zu psychischen Erkrankungen liegen bisher nicht vor.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags und versuchten Totschlags. Bereits am Freitag soll der 32-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden. 

(skr, lsa)