| 14.22 Uhr

Rees
Philipp Dittberner gibt Gastspiel in Haldern

Philipp Dittberner bei seinem Auftritt in der Haldern Pop Bar
Philipp Dittberner bei seinem Auftritt in der Haldern Pop Bar FOTO: Sebastian Latzel
Rees. Sportfans kennen das. In den letzten Minuten eines Spiels schaut der Trainer immer wieder auf die Uhr, um kurz vor Schluss noch den entscheidenden Treffer zu setzen. Ähnlich wird sich Philipp Dittberner bei seinem Auftritt in der Haldern Pop Bar gefühlt haben. Von Sebastian Latzel

Denn klar war: Um Punkt 22 Uhr muss Schluss auf der Bühne sein. Also ließ sich Dittberner immer wieder von seinem Pianisten auf dem Laufenden halten, was die Uhr geschlagen hat. Denn schließlich musste er punktgenau vor Ende des Konzerts noch seinen Hit "Wolke 4" platzieren.

Der Song ist inzwischen so etwas wie Fluch und Segen zugleich für den Sänger geworden. Das Lied ist Dauergast im Radio, sorgt für Promotion für Dittberner und seine Band, gleichzeitig reduzieren viele den Musiker auf den Hit. Auch in Haldern wartete ein Großteil auf den "Wolke-4"-Abschluss des Konzertes. Dittberner ist zu wünschen, dass bald einer seiner anderen Songs ähnlich bekannt wird, damit er sich von dem Hit-Fluch lösen kann. Denn er zeigte in Haldern, dass er mehr ist als der eine Hit, dass seine Musik Potenzial für mehr hat.

Es war Dittberners Wunsch gewesen in Haldern zu spielen. Er hatte angerufen und nach einem Auftritt gefragt. Das Haldern-Pop-Team sagte zu und der Sänger wird diesen Anruf nicht bereut haben. Denn trotz Überhit fand er in Haldern ein Publikum, das auch bei den anderen Songs ganz genau hinhörte. Als er die Bühne betrat, war es mit einem Mal so still im ausverkauften Saal, dass Dittberner nach den zweiten Song fast schüchtern fragte: "Alles gut Leute?"

Natürlich war alles gut, weil Dittberner nicht nur ein ausgezeichnetes Musikprogramm ablieferte, sondern auch so sympathisch rüberkam, dass die weiblichen Fans, die den Großteil der Besucher ausmachten, ihn am liebsten gleich ihrer Mutter vorgestellt hätten. Der Sänger lobte die kuschelige Atmosphäre in der Pop-Bar, winkte den Besuchern draußen vorm Fenster, die keine Karte mehr bekommen hat. "Toll, die stehen da sogar im Regen", sagte er.

Während andere über Umweltverschmutzung, Krieg oder Gewalt singen, geht es in den Songs von Dittberner um echte Freundschaft, Liebe und Bekenntnis zur Heimat. Und mancher war dann fast entsetzt, als der nette Sänger zugab, dass er zu Leuten, die er gar nicht leiden kann, auch richtig gemein sein kann.

Dittberner hat eben auch andere Seiten, was auch in der Pop-Bar zu spüren war, als er überraschend rockige Nummern präsentierte und dabei zeigte, dass er auch eine exzellenter Gitarrist ist. Das Gastspiel in Haldern war der Auftakt zu seiner Herbst-Tour. Ein gelungener. Doch auch bei Konzertreise wird er damit leben müssen, dass er immer wieder an seinem Hit gemessen wird.

 

 
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