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Tod von Katip A. in Emmerich
Polizei soll alle Handys mit Videos von Festnahme konfisziert haben

Emmerich: Toter Katip A. – Polizei beschlagnahmt Handy-Videos
Am Donnerstag fand im Gemeindezentrum am Ossenbruch eine Trauerfeier für den verstorbenen Katip A. statt. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Was geschah am vergangenen Montag zwischen 20.20 Uhr und 20.32 Uhr? Es sind diese Minuten, die im Fall des toten Katip A. aus Emmerich geklärt werden müssen. Zwar gibt es Videos von der Festnahme, die liegen aber allesamt bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Von Christian Hagemann

Gegen 20.20 Uhr begann am Montag der Einsatz der Polizei, die versuchte, den unter Drogen stehenden und aggressiven 32-Jährigen festzunehmen. Dieser hatte zuvor randaliert, sogar die große Scheibe eines Geschäftes an der Hühnerstraße eingetreten – was wiederum deutlich macht, über welche Kräfte der Mann verfügte und was vermutlich der Mix aus Kokain und Amphetaminen bewirkt hatte.

Klar ist, dass die Polizei Schlagstock und Pfefferspray einsetzen musste, um Gewalt über ihn zu bekommen. Doch was geschah exakt? Bislang war von einem Handy die Rede, mit dem an diesem Abend ein Zeuge einen Film aufgenommen habe. Er übergab das Handy der Polizei.

Was zeigen die Aufnahmen?

Die Aufnahmen haben bislang nur Polizei und Staatsanwaltschaft gesehen. Sie sollen, so Staatsanwalt Hendrik Timmer (Kleve), Beamte zeigen, die sich neben dem Gefesselten befinden und ihn festhalten. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits gefesselt. Das Video beginnt um 20.32 Uhr.

Vorher sollen, so erklärten es bislang Zeugen unserer Redaktion, die Beamten auf dem Mann gekniet haben, und das über einen längeren Zeitraum. Die Familie und die jesidische Gemeinde macht der Polizei deswegen Vorwürfe. In dieser Zeit und durch das Gewicht soll Katip A. das Bewusstsein verloren haben. Dass die Beamten sich möglicherweise sogar noch auf dem Mann befanden, als dieser bereits gefesselt war, könnte einen wichtigen Grund haben.

Katip A. wurde am Montag noch verurteilt

Katip A. war der Polizei bekannt als Person, die unter dem Einfluss von Drogen aggressiv und enthemmt wurde und die über hohe Körperkräfte verfügte. Regelmäßig, so heißt es aus Polizeikreisen, gab es Festnahmen, bei denen Polizisten Verletzungen davontrugen.

Noch am Montagmorgen, an dem Tag also, an dem er abends festgenommen wurde, stand er wegen Drogenbesitzes, Widerstand gegen Polizisten und Körperverletzung vor Gericht und wurde auch verurteilt.

"Der Mann lag bereits am Boden und war gefesselt"

Der Emmericher Orhan Akbas erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion: "Der Mann lag bereits am Boden und war gefesselt. Drei Polizisten befanden sich auf ihm. Das war brutal. Die Polizei hat später den Leuten, die sie als Zeugen vernommen hat, gesagt, sie sollen nichts zu der Sache sagen." Das sei laut weiterer Zeugenaussagen richtig. Die Polizei, so berichtet ein weiterer Zeuge, habe gesagt, man solle sich nicht öffentlich äußern. 

Wie  Akbas berichtet, gebe es mehrere Videos von der Festnahme. "Es haben sechs oder sieben Leute das Geschehen gefilmt", sagt der 45-Jährige. "Alle diese Handys sind von der Polizei mitgenommen worden."

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