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Emmerich
Entlastung für Pflegekräfte im Eltener Martinus-Stift

Emmerich. Heben, Tragen, beim Aufstehen helfen: Muskel- und Skeletterkrankungen sollen vermieden werden.

Im Sommer 2013 wurde im Eltener Seniorenheim eine umfangreiche Erhebung zu den ergonomischen Belastungen des Pflegepersonals, insbesondere beim Heben, Tragen, Mobilisieren und bei Transfers pflegebedürftiger Heimbewohner, durchgeführt.

Anhand einer sogenannten Mobilitätsgalerie wurden fünf Gruppen von Bewohnern (A bis E) unterschieden. Diese Mobilitätsgrade entsprechen nicht den bekannten Pflegestufen oder den Pflegegraden, die demnächst eingeführt werden, sondern orientieren sich am Einsatz von Arbeitshilfen auf den jeweiligen Bewohner und seine Mobilitätsdefizite bezogen.

In einem Fortbildungsprogramm wurden zunächst vier examinierte Pflegekräfte (Janine Büskens, Melanie Kröning, Sara Scharff, und Maria Smaak) unter Leitung von Christa Tilkin, einer erfahrenen Anleiterin, zu sogenannten Ergo-Coaches ausgebildet, die als Multiplikatoren das erlernte Wissen um den Einsatz von Hebe-, Trage- und Aufstehhilfen an das gesamte Pflege- und Betreuungspersonal des Hauses weitergeben können.

Die Ausbildungsphase wurde im Mai 2016 abgeschlossen. Jetzt konnte den Ergo-Coaches das Abschlusszertifikat durch den Projektleiter Bernd Potthoff im Beisein der Aufsichtsratsmitglieder Doris Haake und Alwine Gabriel, des Heimleiters Hans-Wilhelm Paeßens sowie der Pflegedienstleitung Christel Wochnik und Henry Slagmeulen überreicht werden.

Bereits im Dezember 2013 hatte der Aufsichtsrat entsprechenden Umbau/ Erweiterungsmaßnahmen im St.-Martinus-Stift Elten zugestimmt, um die baulichen Gegebenheiten - insbesondere in den Bewohnerbädern - mit den ergonomischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Da, wo es nicht möglich ist, die teilweise recht raumgreifenden Hebe- und Tragehilfen in den Bewohnerbädern zum Einsatz zu bringen, können entsprechend umgebaute Duschbäder auf den Etagen genutzt werden, um eine Versorgung der Bewohner zu gewährleisten.

Ziel der Maßnahme ist es, Muskel- und Skeletterkrankungen bei den Beschäftigten durch falsche und übermäßige Belastung von Wirbelsäule und Gelenken zu vermeiden. Dies ist ein Aspekt, der dem drohenden Fachkräftemangel im Bereich Gesundheit und Pflege entgegenwirken kann. Zugleich soll das Wohlbefinden der Bewohner durch verbesserte Mobilisation und die schonende Arbeitsweise des Pflegepersonals mit den konkret auf die Bedürfnisse des einzelnen Bewohners abgestellten Hilfsmitteln gesteigert werden.

"Das Konzept ist inzwischen aus dem Pflegealltag im St.-Martinus-Stift nicht mehr wegzudenken. Der Nutzen sowohl für die Bewohner als auch die Mitarbeiter macht sich in einer deutlich gestiegenen Zufriedenheit bemerkbar", heißt es in einem Schreiben der Eltener Einrichtung.

Quelle: RP
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