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Kirsten Püttjer & Volker Bleeck
Erst den Fall klären, dann lecker kochen

Kirsten Püttjer & Volker Bleeck: Erst den Fall klären, dann lecker kochen
Kirsten Püttjer und Volker Bleeck lesen am Freitag in der Reeser Stadtbücherei. FOTO: privat
Emmerich. Das Hamburger Ehepaar Kirsten Püttjer und Volker Bleeck liest am Freitag in der Stadtbücherei Rees aus seinem neuen Landkrimi. Die RP sprach vorab mit den Autoren.

Anders als Ihre früheren Krimis spielt "Bauer, Trecker, Tod" nicht am Niederrhein, sondern in Schleswig-Holstein. Kommen Reeser Zuhörer trotzdem auf ihre Kosten?

Volker Bleeck Auf jeden Fall. Der Niederrheiner ist ja grundsätzlich allem Fremden aufgeschlossen und liest bestimmt auch mal den ein oder anderen Schweden-Krimi. Außerdem könnte unser fiktives Dorf Tönnshagen auch am Niederrhein liegen, nur dass die Leute vielleicht ein bisschen anders reden.

Warum haben Sie den Spielort eigentlich überhaupt in den Norden verlegt?

Kirsten Püttjer Der Grund lag weniger in der Gegend als im Thema: Seit vier Jahren bauen wir auf einer gepachteten Parzelle selbst Gemüse, Salat und Kartoffeln an. Als der Emons Verlag mit der Idee an uns herantrat, einen Roman zur "Landkrimi"-Reihe beizusteuern, lag das Thema "Großstädter auf dem Land" nahe. Da wir in Hamburg wohnen, haben wir den Norden gewählt. Außerdem gab es schon eine Hamburg-Episode in unserem Niederrheinkrimi "Kein Herz für Walker".

Sie lesen zum dritten Mal in Rees. Welche Erinnerung haben Sie an die Stadt?

Volker Bleeck Beim letzten Mal sind wir fast nicht nach Rees gekommen, weil man in NRW auf die lustige Idee kam, im Ruhrgebiet Autobahnen zu sperren. An Staus erinnert man sich ja immer am besten. Und wir erinnern uns an eine zweite Lesung in der Bücherecke, die in Konkurrenz zu unserer Lesung in der Bücherei stattfand. Das spricht natürlich für Rees, dass dort so viel für Bücherfreunde geboten wird. Am Samstagmorgen haben wir dann auf dem Markt sehr leckeren Käse gekauft. Und tolles Brot.

Apropos: Ihr neuer Roman erhält einen Anhang mit Kochrezepten. Warum?

Kirsten Püttjer Die Kochrezepte waren ein Wunsch des Verlags. Da wir selbst gern und oft kochen, lag solch ein Anhang nahe, gerade wegen der Gemüseanbaugeschichte im Buch. Wir haben auch ein Kochbuch geschrieben, das hoffentlich bald erscheinen wird.

Herr Bleeck, Sie sind Filmexperte und Redakteur bei "TV Spielfilm". Sind Ihre Romane von Filmen beeinflusst?

Volker Bleeck Schwierige Frage. Es gibt eine "Tatort"-Folge von 1982 namens "Wat Recht is, mutt Recht bleiben". Da wird wenig gemordet und noch weniger gesprochen - das würde ideal nach Tönnshagen passen. Ansonsten denken wir immer gern an einen unserer absoluten Lieblingsfilme, der ebenfalls 1982 gedreht wurde: "Local Hero" von Bill Forsyth.

Krimiautoren werden gern nach ihrer Lieblingswaffe gefragt. Haben Sie auch eine?

Kirsten Püttjer Wir müssen uns beim Schreiben immer selbst daran erinnern, dass jemand sterben sollte. Uns liegen die Figuren, Dialoge und Szenen aber einfach näher als die Bluttaten. Bei uns sterben wahrscheinlich die meisten Leute an Altersschwäche. Und selbst dann nur widerwillig.

Quelle: RP
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