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Emmerich
Ex-Schüler gehen auf Zeitreise

Emmerich. Vier Jahrzehnte nach den Abiprüfungen trafen sich jetzt die früheren Gymnasiasten. Ein Teilnehmer kam sogar aus Weißrussland angereist. Von Monika Hartjes

40 Jahre ist es her, da machten sie ihr Abitur. Am Freitag trafen sich die ehemaligen Gymnasiasten in Emmerich wieder - gestandene Herren im Alter von 59 bis 60 Jahre. Sie waren eine reine Jungenklasse und besuchten das Städtische Gymnasium in der Paaltjesstege. "Wegen der gymnasialen Oberstufenreform 1974/75 wurden wir quasi 'vorsortiert'. Die B-Klasse des Jahrgangs bestand aus Schülern, die nicht gleichzeitig katholisch waren und in der Innenstadt wohnten, also beispielsweise aus Speelberger Katholiken, Evangelischen und Fahrschülern, die aus Elten, Rees und Mehrhoog kamen", erzählte Manfred Wassmann, der das Treffen organisierte. Damals machten 14 Schüler Abitur, zwölf leben noch, zu zweien besteht kein Kontakt. Neun der ehemaligen Abiturienten und vier Lehrer nahmen an dem Beisammensein im Restaurant "La Taverna" teil. "Zu Beginn trafen wir uns jährlich, dann alle fünf Jahre und zuletzt vor zehn Jahren", erzählte Wassmann, den es nach Hannover verschlug.

"Das war eine brave Klasse", erinnerte sich der mittlerweile 81-jährige Klassenlehrer Brian Charles Price, der Englisch und "etwas Französisch" unterrichtete. Der gebürtige Engländer heiratete eine deutsche Frau, lebte mit ihr zunächst 14 Jahre in England, bis es seine Frau zurück nach Deutschland zog. Das Ehepaar wohnte in Wesel und Price freute sich, eine Anstellung am Gymnasium zu bekommen. Auch der 78-jährige Hans Hoenen, Lehrer für Mathe und Physik, bestätigte: "Die waren alle lieb und brav". Eberhard Perrin, 79 Jahre alt, unterrichtete die Klasse sechs Jahre lang in Mathematik. "Ich sehe die Schüler seit 40 Jahren zum ersten Mal und bin erstaunt, wie gut ich mich an viele von ihnen erinnern kann", sagte er.

Ralf Schmidt und Gerhard Stamm plauderten aus dem Nähkästchen: Da soll immer eine Kiste Bier im Klassenschrank gestanden haben im letzten Jahr vor dem Abitur. Und Freistunden, aber auch so manche geschwänzte Stunde, wurde mit Billardspielen bei Wemmers verbracht. "Aber wir hatten noch viel Respekt vor unseren Lehrern", sagten beide. Den weitesten Anfahrtsweg hatte Olaf Bollbrinker, er arbeitet als Leiter der Spracharbeit im Goethe-Institut in Minsk in Weißrussland. Seit einigen Monaten wohnt er dort, vorher war der Dortmunder, der damals in Rees wohnte und in Emmerich das Gymnasium besuchte, in Moskau, Kiew und Dresden zuhause.

Anhand von Fotos und anderen Unterlagen schwelgten die Ex-Pennäler in Erinnerungen. Friedrich Schmitz hatte seinen Schülerausweis, ausgestellt 1975, dabei. Das Foto zeigt den Eltener mit langer, dunkler Lockenpracht. Auch heute sind die Haare noch kinnlang und lockig - allerdings hellgrau.

Quelle: RP
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