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Emmerich
"Fastnackt'ler" feiern gelungene Premiere

Emmerich. Zuviel darf nicht verraten werden. Denn die "Fastnackt'ler" des Kellertheaters Seifenblase sind noch nicht am Ende ihres Sitzungsreigens. Wer am Freitagabend an der Goebelstraße vorbeischaute, der konnte beim Premierenauftakt herzhaft lachen. Von Dirk Kraayvanger

In schrillen landestypischen Gewändern zog die Pepida-Demo ein. Diese steht etwa für "Pöterkes essen Pipperkes in de Armut". Das sei das wichtige Gegenstück zu Pegida, der "Blödsache", die jeden Montag stattfinde, so Theo Gertsen. Auch die Kanzlerin (Mille Wehren) durfte nicht fehlen. Oder wollte sie etwa dem Zaun-König Ingo Tschibulski (Theo Gertsen) über die Schulter schauen? Dem Mann, der es so gut mit Horst Seehofer ("der Helene Fischer des Redens") kann und um "ganz Deutschland herum den Deutschland-Zaun mit Unterstützung der Flüchtlinge zieht". Apropos Flüchtlinge: Dieses Thema packten die Akteure mit Sensibilität, versehen mit Spitzen und nicht zuletzt begleitet von einem auch mal nachdenklichem Publikum, an.

"Frei sein, das sind nur zwei Worte", der "Horst Seehofer"-Song oder die bayrischen Vollpfosten, die für den Silutechor einsprangen, waren nur einige Punkte. "Bumm bumm päng", sang Ludger Gerrtischen in Anspielung auf die Böllernacht zu Silvester und die Ängste der Flüchtlinge. "Begrüßungstauglich" empfing Ernst Verwaayen viele aus Syrien und Afghanistan. Bei der Stadtführung wies er auf die "chinesisches Kunst des Weglassens" hin und wusste, dass man "extra für Sie den Bürgermeister gewechselt" habe. Ebenfalls sang der "große" Ernst mit Marcel Meisters "Flüchtling sein, schubidubidu, Flüchtling sein, macht Laune".

"Good Old Emmerich" durfte bei der über vierstündigen Fastnackt-Sitzung nicht fehlen. Wie heimatverbunden Theo Gertsen ist, gab's im Song "Oh dat is mein, dat is mein Niederrhein" zu hören, und der Trocken-Doc (Dieter Sickelmann) entwickelte ein Krankenkastaster für die Stadt. Festzustellen sei: "Pofallose war eigentlich als Antikörper für die Betuwe gedacht, und die Diks-Mania konnte eingegrenzt werden."

Bei dem etwas anderen Karneval sind weiterhin die Songs des verstorbenen Gert Rompel ein fester Bestandteil, teils aufgepimpt mit aktuellen Gedichten. Einfach nur gut.

Quelle: RP
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