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Emmerich
Festnahme nach versuchtem Mord

Emmerich. Messerstiche in Kleve: Tatverdächtig ist ein 38-jähriger Stalker aus Materborn. Er musste sich bereits im Februar vor dem Amtsgericht Emmerich verantworten.

Mordversuch in Kleve: Ein 38-jähriger Deutscher kasachischer Herkunft, so die Polizei, soll am Samstag gegen 5.43 Uhr in einem Haus an der Nassauer Allee einen 40-Jährigen mit einem Stich lebensgefährlich am Hals verletzt haben. Der Mann bestreitet die Tat. Die Staatsanwaltschaft Kleve stellte Antrag auf Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Das Opfer konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Eine 25-Jährige Bekannte des Opfers führte die Polizei schnell auf die Spur des Tatverdächtigen. Sie gab an, dass dass der Mann sie seit Monaten bedrohe und verfolge. Sie hatte ihn Ende 2015 kennengelernt, sich aber kurz darauf von diesem getrennt. Danach begann massives Stalking. Der 38-jährige verfolgte die Frau und bedrohte sie immer wieder persönlich und am Telefon. Zudem drohte er Männern, mit denen sie Kontakt hat, den "Hals durchzuschneiden".

Schon im Februar wurde durch das Amtsgericht Emmerich ein Unterlassungsbeschluss mit Annäherungsverbot erlassen. Wegen Zuwiderhandlung wurde ein Ordnungsgeld verhängt.

Wie Gerd Hoppmann, Leiter der Krefelder Mordkommission mitteilte, wurde die Bedrohungslage durch die Polizei in Kleve sehr ernst genommen. Die Staatsanwaltschaft wurde regelmäßig informiert, Schutzmaßnahmen wurden eingeleitet. Die Geschädigte arbeitet in einer Spielhalle, wo sie in der Tatnacht bis nach 1 Uhr ihren Dienst versah. Auch hier gab es regelmäßige Kontrollen durch die Beamten.

Am Samstagmorgen randalierte der 38-Jährige zunächst vor dem Haus des späteren Opfers. Die Frau, die sich in der Erdgeschosswohnung aufhielt, wurde auf die Geräusche aufmerksam und ging in die Küche, das ein Fenster zur Straßenseite hat. Hier sah sie den Beschuldigten vor dem Fenster stehen. Sie rief aufgeregt ihren Bekannten hinzu, während sich der Mann wegduckte. Der Bekannte öffnete das Fenster. In diesem Moment schnellte der Beschuldigte hoch und stach ihm mit einem messerähnlichen Gegenstand in den Hals. Die 25-jährige lief ins Bad, um ein Handtuch zu holen und bemerkte dabei, dass der Täter versuchte, durch ein anderes Fenster in die Wohnung einzudringen. Es gelang ihr in letzter Sekunde, das Fenster zuzudrücken. Danach flüchtete der Mann.

(Jülo)
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