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Rees
Feuerwehr soll kein Öl mehr wegputzen

Rees: Feuerwehr soll kein Öl mehr wegputzen
Ölspuren auf der Fahrbahn werden mit Bindemittel abgestreut. Normalerweise rückt die Feuerwehr dafür aus. Die Praxis steht in der Kritik. FOTO: Staniek
Rees. Die Ehrenamtler der Freiwilligen Feuerwehren löschen nicht nur Brände und retten Leben. Sie säubern auch Straßen von Ölspuren. Viele Arbeitgeber wollen dafür jedoch keine Leute freistellen. In Rees rückt auch der Bauhof aus. Von Sina Zehrfeld und Sebastian Latzel

Wenn der Alarm geht, stehen die Leute der Freiwilligen Feuerwehren parat. An der Arbeitsstelle lassen sie alles stehen und liegen, in der Freizeit sowieso, und eilen zur Einsatzstelle. "Alarm ist Alarm", sagt Kreisbrandmeister Reiner Gilles. Dabei geht es nicht immer um Großfeuer, Hausbrände, Überschwemmungen, schlimme Unfälle. Manchmal haben die Helfer und Retter es "nur" mit einer Ölspur auf der Straße zu tun - sicher ein Problem, aber eben kein dramatischer Notfall. Und solche Fälle werden nicht seltener.

"Der Straßenverkehr hat zugenommen, und damit auch solche Schadensfälle", sagt Reiner Gilles. "In einer Stadt wie Geldern kann man schon davon ausgehen, das so was etwa wöchentlich passiert" - ganz grob geschätzt. "Es hat sich so summiert, dass unsere Arbeitgeber damit Schwierigkeiten haben."

Die Unternehmen stellen die Wehrleute nämlich für ihre Einsätze frei. In einem Firmenalltag ist das nicht immer unkompliziert. Und wenn ein Kollege von der Arbeit wegstürmt, um eine Straße zu putzen, "ist es für Arbeitgeber schwierig zu akzeptieren", beschreibt Gilles die Lage.

Er hat Verständnis für die Kritik. "So was ist eigentlich Aufgabe des Straßenbaulastträgers", stellt Gilles fest. Also entweder der Kommunen oder des Landes. "Es gibt auch Streudienste. Warum soll es nicht auch einen Notdienst geben für Ölspuren?" Derzeit seien Kommunale Spitzenverbände, Bau- sowie Innenministerium des Landes und der Verband der Feuerwehren gemeinsam auf der Suche nach Wegen, um die Zuständigkeit für Ölspuren neu zu regeln. "Ende des Jahres sollen die Auswertungen vorliegen", so Gilles.

In manchen Städten beschreitet man bereits Sonderwege. Beispielsweise, indem die Feuerwehr weniger Kräfte schickt, gleichzeitig der kommunale Bauhof ausrückt. "Aber so was sind nur so Zwischenlösungen. Da ist man in einer Grauzone", sagt Reiner Gilles. Welche Institution letztendlich für welche Probleme zuständig ist, "das muss vom Gesetzgeber klar geregelt sein", fordert der Kreisbrandmeister.

Im Reeser Rathaus trifft dieser Vorstoß nicht auf taube Ohren. "Es ist zu begrüßen, wenn die Feuerwehr und damit auch die Arbeitgeber hier entlastet werden", sagt der Reeser Pressesprecher Jörn Franken. Die die stellen die Einsatzkräfte frei, das ist nicht immer einfach. Und mancher Arbeitgeber hat auch kein Verständnis, wenn sein Mitarbeiter häufig zum Einsatz muss.

In Rees gibt es daher schon die Regelung, dass der Bauhof ausrückt, wenn eine Ölspur auf einer Gemeinde- und Kreisstraße gemeldet wird. "Dadurch wird die Feuerwehr auch schon entlastet", sagt Franken. Die rückt aus, wenn Ölspuren auf Bundes- und Landesstraßen entfernt werden müssen. Das kommt etwa zweimal im Monat vor.

"Wir warten gespannt ab, wie sich die Gespräche zu diesem Thema auf höherer Ebene entwickeln", sagt Pressesprecher Franken. Eine Entlastung der Feuerwehr sei wünschenswert.

Quelle: RP
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