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Emmerich
Filmgeschichte am Niederrhein

Emmerich: Filmgeschichte am Niederrhein
Ulrich Mühe (l.) und Iris Berben (r.) waren die Stars in Peter Timms Komödie Rennschwein Rudi Rüssel. Die Dreharbeiten fanden auch in Grietherbusch statt. FOTO: Verleih/Ard
Emmerich. Wenn Regisseure an den Niederrhein kommen, haben sie meist turbulente Geschichten im Gepäck. In loser Reihe stellen wir diese vor. Von Michael Scholten

Schweine in Rees, Prinzen in Anholt, Karl Marx in Dingden: Wenn Regisseure mit ihren Filmteams an den Niederrhein kommen, haben sie meist turbulente Geschichten im Gepäck. Ein moderner Klassiker, der auch in den Reeser Ortsteilen Grietherbusch und Mehr entstand, ist die Kinokomödie "Rennschwein Rudi Rüssel" von 1994.

Peter Timm inszenierte Szenen des erfolgreichen Streifens mit Iris Berben und Ulrich Mühe vor 20 Jahren am Rande eines Schützenfests in Grietherbusch. Knapp 100 Komparsen wurden aus dem Ortsteil und vom nahen Campingplatz rekrutiert, um Rudi beim Schweinerennen im fiktiven Ort Egesdorf anzufeuern. Den Besitzer der Festwiese, Heinz Döring, lud Regisseur Peter Timm später zur Filmpremiere nach Duisburg ein.

Die Produzentin des Films, Heike-Wiehle Timm, kannte den Niederrhein durch die Dreharbeiten zur 13-teiligen ARD-Serie "Der kleine Vampir". Die mit Produktionskosten von fünf Millionen Euro bis heute teuerste deutsche Kinderserie entstand 1993 unter anderem auf einem Xantener Bauernhof, in dessen angrenzendes Naturschutzgebiet Bühnenbildner Bernd Gräbler eine acht Meter hohe Windmühle baute. Sie wurde nach Abschluss der Dreharbeiten abgerissen.

Im Spätsommer 1996 kam Regisseur Peter Timm erneut an den Niederrhein und drehte die schwarze Komödie "Dumm gelaufen" im Xantener Umland und vor der Kulisse der Emmericher Rheinbrücke. Der Film, der an den Kinokassen floppte, erzählte vom Jungbauern Thorsten (Bernd Michael Lade) und von der Prostituierten Sabrina (Christiane Paul). Beide werden versehentlich zu Mördern und lernen sich kennen, als sie die Leichen unbemerkt entsorgen wollen.

Ernster ging es im Psychrokrimi "Das Böse" zu, der im August 1998 in Xanten und auf dem Beginenhof in Kalkar entstand. Eigentlich hatte Regisseur Christian Görlitz, der schon die Kinderserie "Der kleine Vampir" inszenierte, im Xantener Dom drehen wollen. Doch Kindermorde, Inzest und der Selbstmord eines Pfarrers waren den Domherren zu starker Tobak. Sie gaben Görlitz und seinem Hauptdarsteller Ulrich Tukur keine Dreherlaubnis. Die Klever Stiftskirche stimmte allerdings zu und öffnete ihre Tore.

Mit offenen Armen empfing Xanten zehn Jahre später die Komikerin Cordula Stratmann, die ihr Schauspieldebüt als Hobbydetektivin Carla Fingerhut gab. Drehorte für die ARD-Krimikomödie "Ein Fall für Fingerhut" waren das Xantener Rathaus, die evangelische Kirche, die Polizeiwache und das Klever Tor sowie die Wallfahrtskirche in Marienbaum.

Quelle: RP
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