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Emmerich
Fleißige Vogelzähler gesucht

Emmerich. Der Naturschutzbund ruft zur Teilnahme an der Aktion "Stunde der Wintervögel" auf. Vom 8. bis zum 10. Januar sollen alle Naturfreunde eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten oder in ihrer Umgebung zählen. Von Marc Cattelaens

Welche Vögel sind im Winter vor unserer Haustür anzutreffen? Vom 8. bis 10. Januar findet zum sechsten Mal die "Stunde der Wintervögel" statt. Der Naturschutzbund Nabu ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder auch im Park zu zählen und zu melden.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter nrw.nabu.de (Tiere und Pflanzen/Aktionen und Projekte/Stunde der Wintervögel) bis zum 18. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800 1157-115 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2015 beteiligten sich bundesweit mehr als 76.000 Menschen. Jonas Linke, Naturschutzreferent bei der Nabu Naturschutzstation in Kranenburg, schätzt, dass im Kreis Kleve rund 1000 Menschen bei der "Stunde der Wintervögel" mitgemacht haben. Im vergangenen Jahr hätten laut Linke im Kleverland folgende Arten die vorderen Plätze belegt: Der Haussperling ergatterte den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel , die Kohlmeise lag auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Amsel, Blaumeise und Buchfink. "Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig", sagt Linke. Das Beobachtungsgebiet sei nicht auf den heimischen Garten beschränkt.

"Es ist nur wichtig, einen festgelegten Bereich zu definieren. Das kann beispielsweise auch ein Areal im Naturschutzgebiet Düffel sein", erläutert Linke. Dort seien auch Vögel zu beobachten, die sich üblicherweise nicht in einem Garten aufhalten wie bestimmte Wasservögel oder beispielsweise die Goldammer. Aber auch im heimischen Garten könnten Naturfreunde im Kleverland eher seltene Vögel wie den Gimpel, den Birkenzeisig oder den Erlenzeisig entdecken. Die Wahrscheinlichkeit dafür erhöhe sich, wenn man ein Futterhäuschen aufstelle, so der Naturschutzreferent. Für die Region charakteristische Arten seien auch der Steinkauz oder die Dohle.

Eventuell lassen sich vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle beobachten. "Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren", sagt Joachim Kranz, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im NABU Nordrhein-Westfalen.

Linke hat in den vergangenen Jahren einen Trend bei vielen Gartenbesitzern im Kleverland beobachtet: "Häufig werden vormals grüne Vorgärten in eine Kieswüste verwandelt. Oder alle Brennnesseln werden sofort vernichtet." Beides trage dazu bei, dass sich das Nahrungsangebot für die Vögel verknappe.

Auch deswegen ist es dem Nabu wichtig, auf die Natur vor der Haustür aufmerksam zu machen und zur naturnahen Gestaltung von Gärten als Lebensraum für Vögel zu motivieren.

Quelle: RP
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