| 14.57 Uhr

Emmerich
Flucht im OP-Hemdchen

Emmerich. Ein Drogenschmuggler ist in der Nacht zu Sonntag aus dem Krankenhaus getürmt. Nur mit einem OP-Hemd bekleidet sprang er sechs Meter in die Tiefe. Polizisten, die ihn bewachten, hatten das Nachsehen. Von Christian Hagemann

Das ist eine von den Geschichte, die sich locker als filmreif bezeichnen lassen.

Der Drogenschmuggler war am Freitag gemeinsam mit einem Komplizen in Kranenburg-Wyler von der Polizei erwischt worden.

Die Polizei kontrollierten die beiden Männer aus Dortmund, die mit einem Mietwagen unterwegs waren. Im Auto fand sich jede Menge Bargeld. Die Polizei wurde misstrauisch und ließ einen Rauschgiftspürhund ran. Der fand zwar nichts, allerdings hatten die Beamten den richtigen "Riecher". Im Auto lag nämlich ein Werkzeug, mit dem sich die Benzinpumpe abschrauben und der Treibstofftank öffnen lässt.

Und siehe da: Im Tank befanden sich mehrere folienverpackte Dosen mit zwei Kilogramm Marihuana. Das reichte für eine Festnahme und ein Verhör auf der Polizeiwache in Kleve.

Aber kaum waren die Beamten dort angekommen, fiel einer der beiden Schmuggler um. Die Lage schien ernst, die Polizei rief den Krankenwagen, der den Dortmunder zum Krankenhaus in Emmerich brachte.

Lage schien gesichert

Dort untersuchten die Ärzte den Mann, der – so die Polizei – offenkundig im Koma lag. Also verlegten die Ärzte den Mann auf die Intensivstation, wo er an Versorgungsschläuche und medizinisches Gerät angeschlossen wurde. Polizisten stellten sich vor Tür. Die Lage schien gesichert, denn außer der Tür blieb nur der Weg durchs Fenster. Das allerdings liegt in sechs Metern Höhe. Und: Der Mann war ja bewusstlos!

Das zumindest dachten alle Beteiligten. In der Nacht zu Sonntag aber – gegen 1.30 oder 2 Uhr – wachte der Dortmunder auf. Er riss sich die Schläuche aus dem Körper, schob ein Fenster auf und versuchte zu türmen.

Das wiederum hörten die Polizisten. Sie versuchten, den Mann, der schon halb aus dem Fenster hing, festzuhalten. An einem Arm und an einem Bein hatten sie ihn. Personal aus dem Krankenhaus stürmte hinzu und half den Polizisten. Der Mann aber wehrte sich heftigst – und den Polizisten mitsamt ihren Helfern schwanden die Kräfte. Am Ende sprang der Drogenschmuggler aus dem Fenster – sechs Meter tief!

Bislang noch keine Spur

Hinzu kommt, dass er dabei auch noch auf einem Gitterrost unter dem Fenster landete. Der Mann rannte trotzdem sofort davon. Bekleidet übrigens noch mit einem OP-Hemdchen. Und das nachts bei niedrigsten Temperaturen.

Die Polizei löste sofort eine Fahndung aus, Suchhunde kamen zum Einsatz. 20 Beamte durchkämmten die Umgebung. Vergebens.

Der Mann war auch gestern noch verschwunden.

Quelle: RP
 
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