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Rees
Flüchtlinge belästigen junge Frau

Rees: Flüchtlinge belästigen junge Frau
Blick in den Reeser Stadtgarten. In dem kleinen Park ereignete sich der Vorfall. Die Polizei nahm die drei Männer, die daran beteiligt waren, am Donnerstag in der Unterkunft am Groiner Kirchweg vorläufig fest. FOTO: Markus van Offern
Rees. Vorfall in Rees: 22-jährige Frau mit Kind (3) muss im Stadtgarten Obszönitäten über sich ergehen lassen. Von Christian Hagemann

Am Dienstag gegen 14.30 Uhr holte eine 22-jährige Frau aus Rees ihre dreijährige Tochter vom Kindergarten ab. Als sie aus Richtung Fallstraße durch den Stadtgarten gingen, kamen Mutter und Tochter drei Männer entgegen. Einer der Männer machte gegenüber der 22-Jährigen stöhnende Geräusche mit offensichtlich sexuellem Hintergrund.

Ein anderer Mann machte eine obszöne Geste. Die junge Frau setzte unbeirrt ihren Weg fort und meldete am nächsten Tag den Vorfall beim Ordnungsamt. Von dort wurde die Polizei informiert, die dann die Ermittlungen aufnahm.

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Aufgrund der auffälligen Personenbeschreibung - einer der Männer war gehbehindert und musste gestützt werden - konnte sich der Polizeibeamte an die drei Männer erinnern, die ihm selbst zuvor in der Nähe der Asylunterkunft aufgefallen waren. Es handelt sich um die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) am Groiner Kirchweg.

In der Unterkunft konnten am Donnerstag Polizeibeamte drei Männer syrischer Nationalität vorläufig festnehmen. Dabei handelte es sich um einen 47-Jährigen mit seinem Sohn (18) und einen Begleiter (36). Nach Vernehmung, erkennungsdienstlicher Behandlung und DNA-Probe wurden die Männer auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wieder entlassen.

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Den Vorfall hat gestern die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Kleve mitgeteilt. Die Polizei hat eine Anzeige wegen sexueller Beleidigung aufgenommen. Wie es weitergeht, entscheidet die Staatsanwaltschaft in Kleve.

Bereits gestern berichtete die Rheinische Post über einen anderen Vorfall, bei dem eine 20-Jährige aus Emmerich gegenüber der Polizei berichtet hatte, dass sie am Dienstagnachmittag im Regionalexpress von Oberhausen nach Emmerich sexuell belästigt worden sei. Zwei junge Männer, die möglicherweise nordafrikanischer Herkunft waren, bedrängten sie im Zugabteil. Der eine Täter setzte sich neben sie und legte seine Hand auf ihren Oberschenkel, der andere stand währenddessen "Schmiere".

Der Reeser Fall wird juristisch als sexuelle Beleidigung gewertet. Damit ist er eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Richter die Täter zu einer Geldzahlung verurteilen kann. Aber hat das auch Einfluss auf das mögliche Asylverfahren? Die Frage stellt sich, weil es sich bei den drei Männern aus der Unterkunft um Personen handelt, die noch nicht lange in Deutschland sind und von Rees aus in eine andere Stadt geschickt werden. Erst an diesem neuen Ziel können sie dann bleiben und gegebenenfalls einen Antrag auf Asyl stellen. Das werden sie vermutlich tun, um in Deutschland bleiben zu können. Schließlich herrscht in Syrien Krieg. Und das wird wohl auch noch länger so sein.

Spielt die Herabwürdigung der jungen Frau im Stadtgarten eine Rolle für dieses Verfahren? Die Antwort der beteiligten Behörden ist klar: Nein. Möglicherweise wird die Ordnungswidrigkeit in die Akte der Männer aufgenommen, anhand derer später das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg über den Asylantrag entscheidet. Für die Ablehnung eines Asylantrags muss allerdings eine verurteilte Straftat vorliegen (mindestens drei Jahre). Und auch dann kann im Zweifel die Person nach dem Aufenthalt im Gefängnis nicht abgeschoben werden. Beispielsweise wenn in seinem Herkunftsland Krieg herrscht.

Der Fall vom Stadtpark dürfte die Debatte um eine verstärkte Polizeipräsenz in Rees befeuern. Bekanntlich hatte die Reeser SPD den permanenten Betrieb der Reeser Polizeiwache gefordert, wenn im März im ehemaligen Bundeswehrdepot in Haldern eine zentrale Unterbringung von 1350 Flüchtlingen anläuft.

Quelle: RP
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